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Kulturrat weist bayerische Forderung nach "Killerspiele"-Verbot zurück

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Als einen "schlechten Running Gag in Wahlkampfzeiten" hat der Deutsche Kulturrat das Beharren der bayerischen Landesregierung auf ein Verbot von "Killerspielen" bezeichnet. Kulturrat-Geschäftsführer Olaf Zimmermann meint laut Mitteilung, eigentlich sei die Debatte um das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen längst beendet. Doch nun habe der bayerische Innenminister Joachim Hermann die Forderungen wieder ins Gespräch gebracht.

Der Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat bereits im Februar 2007 eine sachliche Diskussion über Computerspiele gefordert und davor gewarnt, in der Diskussion über so genannte Killerspiele über das Ziel hinauszuschießen. Vor Kurzem trat der Verband der Spieleentwickler dem Kulturrat bei. Der bayerische Innenminister hatte diese Woche auf einer Tagung in Berlin "Killerspiele" als "Machwerke von abstoßender Brutalität und Grausamkeit" bezeichnet.

Laut Zimmermann seien sich Politik und die Verbände einig gewesen, "dass die Kraft besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele gesteckt werden sollte, statt in einen Verbotsaktionismus zu verfallen, der in Zeiten des Internets ohnehin schwer durchsetzbar ist". Deutschland habe im Vergleich zu anderen Staaten besonders strikte Jugendschutzregelungen. Hermann hatte hingegen den Jugendschutz als "völlig unzureichend" bezeichnet.

Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't-Hintergrund zur bisherigen Berichterstattung über die Diskussion um das Jugendmedienschutzrecht, Gewaltspiele, Verbotsforderungen und Beschränkungen für Jugendliche bei Spielen:

(anw)