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Panne in Telekom-Shop: Kundin erhält fremde Daten

Hunderte Urlaubsbilder, Nachrichten und Anrufprotokolle von Fremden entdeckte eine Kundin auf einem USB-Stick, den sie in einem Telekomshop bekam.

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USB-Stick

(Bild: dpa, Oliver Berg)

In einer Telekomfiliale in Schwentinental in Schleswig-Holstein hat eine Kundin Fotos, Videos und Passwörter anderer Kunden auf einem USB-Stick erhalten. Die Frau hatte in dem Shop eine Datenkopie vom Gerätespeicher ihres Mobiltelefons auf einen USB-Stick anfertigen lassen.

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Für die Kunden sei diese Panne nicht nur unangenehm, sondern "in einigen Fällen ein Sicherheitsrisiko mit kaum abschätzbaren Folgen", sagte der Jurist Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Unter den weitergegebenen Daten seien auch Namen und Telefonnummern aus Anrufprotokollen gewesen. Die Frau hatte auf dem Stick hunderte Urlaubsbilder, private Nachrichten und Anrufprotokolle von fremden Menschen entdeckt. Laut Verbraucherzentrale enthielt der Stick Sicherungskopien der Smartphone-Gerätespeicher von sieben Kunden. Insgesamt seien mehrere hundert Menschen betroffen.

Die Verbraucherzentrale und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) prüfen eine Abmahnung und ein Bußgeld. Dass Sicherungskopien mehrerer Kunden weitergegeben wurden, werfe die Frage nach dem tatsächlichen Ausmaß der Datenpanne auf. "Möglicherweise ist das bisher Bekannte nur die Spitze des Eisbergs und es sind noch mehr Menschen betroffen", sagte Wita.

Das Unternehmen steht wegen des Falls nach eigenen Angaben mit der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), in Kontakt. "Datenschutz hat bei uns oberste Priorität", sagte ein Sprecher- Die Telekom prüfe den Vorgang derzeit.

Laut Telekom sieht der vorgegebene Prozess vor, dass vom Kunden gewünschte Datentransfers von einem Endgerät zum anderen über neue, unbenutzte USB-Sticks erfolgen, die der Kunde kauft. "So ist ausgeschlossen, dass Daten Dritter auf dem Stick gespeichert sind. Warum im Telekom Shop Schwentinental von diesem Standardprozess abgewichen wurde, prüfen wir derzeit." (axk)