Menü
CES

LG verrät Details zu HD-Kombi-Player und -Laufwerk

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 33 Beiträge
Von

Bereits am 4. Januar hatte LG die Katze aus dem Sack gelassen: Das Unternehmen wird den ersten Stand-alone-Player und das erste PC-Laufwerk auf den Markt bringen, die beide um die DVD-Nachfolge kämpfenden HD-Disc-Formate Blu-ray Disc und HD DVD verarbeiten können. Auf der CES lieferte LG nun die Details nach: So soll der "BH100" genannte Stand-alone-Player der neuen "Super Multi Player"-Serie des Unternehmens bereits ab der 1. Februarwoche in US-Elektromärkten wie Best Buy und Circuit City erhältlich sein. Mit einem Listenpreis von 1199 US-Dollar steht er preislich in Konkurrenz zu Panasonics Blu-ray-Player DMP-BD10, ist aber wesentlich teurer als die reinen HD-DVD-Modelle von Toshiba. Auch auf Nachfrage wollte LG nicht damit herausrücken, wieviele Geräte in der ersten Welle ausgeliefert werden; man arbeitet aber "mit voller Kraft". Aussagen über einen möglichen Europastart gab es nicht.

Das schwarze Gerät wurde nach Auskunft von LGs CTO H.G. Lee ursprünglich als reiner Blu-ray-Player entwickelt – dies verwundert kaum, da LG Mitglied der Blu-ray Disc Association ist. Im Laufe des vergangenen Jahres sei man laut Lee aber zu der Überzeugung gekommen, dass die beiden konkurrierenden Formate noch länger auf dem Markt koexistieren würden. Da man mit Sorge die Verwirrung bei den Kunden und die daraus resultierende Kaufzurückhaltung beobachtet habe, entschloß man sich, das Modell auf HD-DVD-tauglich zu machen.

Zum Einsatz kommt ein Single-Pickup mit zwei Linsen – eine für Blu-ray Disc, die andere für HD DVD und DVD. Bei der Entwicklung musste man aber offenbar durch diesen Richtungswechsel auch Kompromisse eingehen: So werden laut Lee bisher noch nicht alle Funktionen des Interaktivitätsformats der HD DVD namens iHD unterstützt. Bei einer Demonstration lief die HD DVD "Superman Returns" aber problemlos mit allen Menüfunktionen. Ein Firmware-Update soll die Lücken später ausfüllen; das Gerät ist mit einem Ethernet-Anschluss versehen, um neue Betriebssystemversionen über das Internet zu beziehen.

Offenbar verzögerte sich die Entwicklung durch den Schritt zum Kombi-Player: Der Player besitzt lediglich einen HDMI-Anschluss in der Fassung 1.2, während die Konkurrenz künftig vor allem Geräte mit 1.3-Schnittstelle ausliefert. Immerhin wurde mit "Simple Link" eine HDMI-Funktion integriert, die die Fernbedienung von kommenden LCD-TVs von LG über die Player-Fernbedienung ermöglicht.

Auf die Nachfrage von heise online, ob eine Vollbildausgabe in höchster Auslösung von 1920 × 1080 Bildpunkten mit 24 Bildern pro Sekunde (1080p/24) möglich sei, wich der LG-Sprecher aus: Das Gerät könne 1080p mit 24 und 30 Bildern "verarbeiten". hieß es. Das aber ist klar, schließlich sind Kinofilme gewöhnlich im 24p-Format auf den HD-Discs gespeichert. Ob sie aber über HDMI auch so von dem Laufwerk ausgegeben werden können, daran darf man Zweifel anmelden; schließlich wird ein Chip von Broadcom verbaut, der dies bei Toshibas HD-E1 und bei Samsungs Blu-ray-Player auch nicht ermöglicht. Auch die offizielle Produktmitteilung schweigt sich über diesen Punkt aus. Immerhin konnten wir an der Rückseite des Geräts noch einen analogen Mehrkanal-Ausgang entdecken, der Toshibas HD-E1 fehlt. Welche Surround-Decoder eingebaut sind, wusste aber nicht einmal Lee.

Laut dem LG-Manager benötigt der Player vom Schließen der Lade bis zum Start des Films bei HD DVD 30 und bei Blu-ray Disc 25 Sekunden; er würde damit einen neuen Geschwindigkeitsrekord für den Start von Discs in den DVD-Nachfolgeformaten aufstellen. Ein Mitstoppen der Startzeiten während der CES-Präsentation erbrachte aber nach dem Einlegen der Blu-ray Disc 42 Sekunden für den beschriebenen Vorgang.

Für Verwunderung sorgte die Ankündigung, dass LG das PC-Kombi-Laufwerk GGW-H10N im ersten Quartal 2007 in den USA ebenfalls für 1199 US-Dollar anbieten will. Erklärt wurde dies mit der Fähigkeit, nicht nur DVDs, HD DVDs und Blu-ray Discs lesen, sondern auch Blu-ray Discs und DVDs beschreiben zu können. Auch diesem Gerät wurde die HD-DVD-Kompatibilität nachträglich verpasst, weshalb HD DVDs nicht beschrieben werden können. Für Schmunzeln sorgte auf der CES, dass Warner als Partner für die Demofilme einsprang – ausgerechnet das Studio, dessen gerade angekündigte Kombi-HD-Disc einen solchen Kombi-Player am wenigsten braucht. (nij)