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Technology Review

LHC: Erster Strahl gestartet

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Cern-Physiker Markus Albert zeigt auf den roten Punkt: Der Strahl ist da!

Der Large Hadron Collider am CERN ist gestartet: Mit nur fünf Minuten Verspätung wurde um 9:35 der erste Protonenstrahl mit 450 GeV in den großen Speicherring des größten Teilchenbeschleunigers der Welt eingeschossen. Höher beschleunigt wird vorerst nicht, sondern nur auf Energie gehalten. Läuft die Anlage erst einmal in einigen Monaten vollständig und ist sie dann auch komplett eingemessen, kommt die große Datenflut, die weltweit im LHC-Grid ausgewertet werden muss. Über eine langjährige statistische Ermittlung kann man dann auf die Existenz des gesuchten Higgs-Bosons schließen und sich auch auf die Suche nach einer "Weltformel", einem experimentellen Beweis der hochkomplexen Superstring-Theorie, begeben.

Segment für Segment werden nun erst einmal die Adsorberblöcke entfernt. Insgesamt sind es acht Segmente. Bei jedem Segment gibt es einen eigenen Countdown mit neuer Spannung, wie bei einem Staffellauf. Bis der Strahl komplett im Ring kreist, dauerte es also etwas. In der Nacht zuvor gab es zwar noch ein paar Probleme, aber die konnten rechtzeitig gelöst werden.

Wenn alles gut verläuft, kann im Laufe des Tages noch der zweite Strahl eingeschossen werden, der in der zweiten Röhre in Gegenrichtung kreist. Erste Kollisionen werden aber erst viel später durchgeführt.

Die CERN-Physiker versicherten der anwesenden Presse, dass es sich wirklich um den ersten kreisenden Strahl im großen Ring handele, bislang habe man lediglich – erfolgreich – Synchronisationstests mit dem Vorbeschleuniger bis zu Segment 5 durchgeführt. Das sei auch das erste Mal in der Beschleunigergeschichte, dass die Medien (rund 300 Journalisten) beim Start live dabei seien.

Das CCC – womit hier nicht Chaos Computer Club, sondern CERN Control Center gemeint ist – bleibt zwar den TV-Medien vorbehalten, aber im Mediacenter hat man ebenfalls ein kleines Kontrollzentrum aufgebaut. Außerdem kann man die Kontrollräume der vier großen Detektoren Atlas, Alice, CMD und LHCb besichtigen. Überall in den beteiligen Instituten in den europäischen Ländern wird gefeiert; und auch im Fermi-Lab in den USA findet zur Nachtzeit eine Pyjama-Party statt.

Zum Large Hadron Collider siehe auch:

(as)

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