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Teilchenbeschleuniger LHC: Nach zweitem Durchlauf ist erstmal Pause

Zwei Jahre sind die Protonenstrahlen durch den Large Hadron Collider gerast, bis 2021 ruht nun der Betrieb. 150 Tonnen flüssiges Helium müssen gelagert werden.

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LHC beendet zweiten Durchlauf: Teilchenbeschleuniger bis 2021 außer Betrieb

(Bild: CERN)

Nach mehr als drei Jahren hat der weltgrößte Teilchenbeschleuniger seinen zweiten Lauf beendet. Die Verantwortlichen haben am heutigen Montag mit der Abschaltung des Large Hadron Colliders (LHC) begonnen, teilte das Europäische Kernforschungszentrum CERN mit. Auch dieser zweite Lauf sei ein voller Erfolg gewesen und habe die Erwartungen übertroffen. Insgesamt seien fünf Mal so viele Daten gesammelt worden, wie beim ersten Durchgang. Nun soll das Riesenexperiment auf noch höhere Energien vorbereitet werden.

"Zuerst wird der noch laufende Blei-Ionen-Strahl aus dem Beschleuniger in einen Graphitblock geleitet, dann schalten Einsatzleiter per Computer die ersten Stromwandler ab", erklärt Physiker Rende Steerenberg, was derzeit passiert. In dem Graphitblock wird die Energie des Strahls gefahrlos in Wärme umgewandelt. Bevor der LHC ganz abgeschaltet wird, sollen aber noch einige Tage lang Experimente zeigen, wie belastbar die gigantischen Magneten sind, die die Teilchenstrahlen auf Kurs halten.

Insgesamt sind im zweiten Durchlauf – der im Frühjahr 2015 begonnen hat – 16 Billiarden Protonen-Protonen-Kollisionen erreicht worden. Das geschah bei der vorher nirgendwo erreichten Energie von 13 Teraelektronenvolt (TeV). Bei den Experimenten sind 300 Petabyte an Daten angefallen, die weiterhin analysiert werden. Schwerpunkt war vor allem die Vermessung des Higgs-Teilchens, für dessen Entdeckung am LHC es schon einen Nobelpreis gegeben hatte. Während der kommenden zwei Jahre soll der Teilchenbeschleuniger dahingehend aufgerüstet werden, dass 2021 Energien von 14 TeV erreichbar sind.

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