zurück zum Artikel

LKA sieht Probleme bei der Datenerfassung ausländischer Straftäter

LKA sieht Probleme bei der Datenerfassung ausländischer Straftäter

(Bild: HQuality/Shutterstock.com)

Da Bund und Länder die Personalien von Straftätern aus dem Ausland in verschiedenen Dateien erfassen, gibt es laut LKA Schwierigkeiten bei der Datensuche.

Bei der Datenerfassung ausländischer Straftäter kommt es nach Ansicht des Landeskriminalamts (LKA) Rheinland-Pfalz in Deutschland zu Schwachstellen. "Es gibt Auffälligkeiten im System, insbesondere wegen unterschiedlicher Verfahren in öffentlichen Registern, so auch im Ausländerzentralregister und in den Informationssystemen der Polizei", sagte LKA-Präsident Johannes Kunz im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "In hoher Zahl sind Alias-Personalien vorhanden, die zum Teil bewusst als Täuschungspersonalien genutzt werden, in anderen Fällen aber aufgrund von Unschärfen in der Erhebung entstanden sind."

Diese Auffälligkeiten schaffen nach Einschätzung des LKA-Präsidenten Probleme bei der Suche. "Dadurch kann es zu Mehrfachidentitäten einer Person kommen, die durch hohe Aufwände erkannt und zusammengeführt werden müssen", sagte Kunz. "Das ist eine Aufgabe von großer Bedeutung für die nächsten Monate." Er sieht bereits Ansätze zur Lösung: "Mit der automatischen Erkennung von Dokumentenfälschungen, der Nutzung biometrischer Daten und dem Einsatz von Fast-ID-Geräten zur Erhebung von Fingerabdrücken sind wir auf dem richtigen Weg, den wir noch weiter ausbauen wollen."

Die rheinland-pfälzische Polizei nimmt ausländische Mehrfach- und Intensivstraftätern seit einiger Zeit verstärkt unter die Lupe, um früher auf sogenannte Gefährder aufmerksam zu machen. Bisher habe man keine Personen erkennen können, die als Gefährder einzustufen wären, sagte der LKA-Präsident. "Wir führen das Programm weiter." Er zog eine positive Zwischenbilanz: "Die Suche mit Filterkriterien ist ein aufwendiger Prozess, der zu der einen oder anderen Erkenntnis geführt hat bis hin zu Festnahmen wegen festgestellter falscher Identitäten." (db [1])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4259142

Links in diesem Artikel:
[1] mailto:db@ct.de