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LKW-Maut: Einnahmerekord im März [Update]

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Nach einer Mitteilung des Bundespresseamtes hat das vom Mautkonsortium Toll Collect betriebene LKW-Mautsystem im März einen Einnahmerekord von 270 Millionen Euro erzielt. Im Vergleich zum ebenfalls sehr erfolgreichen März 2005 ist dies ein Zuwachs von 33 Millionen Euro, der sich im gesamten ersten Quartal 2006 zu einem Plus von 68 Millionen Euro auf 729 Millionen für das Quartal addiert. Somit sei die LKW-Maut als voller Erfolg zu buchen, heißt es bei der Bundesregierung.

Unterdessen hat T-Systems, neben DaimlerChrysler der Hauptakteur im Mautkonsortium, die Satellic Traffic Management GmbH gegründet. Als "weltweiter Technologieführer für Mautsysteme auf Basis der Satellitentechnologie (GPS, Galileo)" soll Satellic das deutsche Mautsystem weltweit vermarkten. "Das Unternehmen treibt die technologische Weiterentwicklung des von Toll Collect in Deutschland eingeführten Pioniersystems voran. Als Tochtergesellschaft von T-Systems forciert Satellic die internationale Expansion der neuen Mauttechnologie und positioniert sich als internationaler Mautservice-Betreiber", heißt es zur Gründung der Firma. Zum Start der Geschäfte empfing Satellic am Mittwoch eine chinesische Delegation, die derzeit auf Einladung des Bundesverkehrsministeriums durch Deutschland reist und das Mautsystem besichtigt. In China soll das deutsche Mautsystem in die engere Auswahl für ein Abrechnungssystem gekommen sein, das ab 2010 arbeiten soll.

Satellic-Chef ist Jens-Uwe Holz geworden, der auch Sprecher der Geschäftsführung von Gedas Deutschland ist. Die ehemalige IT-Tochter der Volkswagen AG wurde von T-Systems am 1. April übernommen. Die eigentlichen Geschäfte und die Weiterentwicklung des Mautsystems werden von Thomas Pferr geleitet, zuvor "Executive Vice President Business Center Toll Collect" bei T-Systems. Pferr hat den Aufbau und Betrieb des Rechenzentrums geleistet, in dem alle Daten des Mautsystems zusammenlaufen.

[Update]:
Erfolgreich ist nach Angaben des Mautbetreibers Toll Collect auch das erste automatische Streckenupdate über Mobilfunk abgelaufen, das am 4. April beendet wurde. Bei diesem Update erhielten die etwa 495.000 im Einsatz befindlichen On-Board-Units (OBU) neues Kartenmaterial, das als Grundlage der Mautberechnungen dient. Rund 80 Veränderungen auf den Autobahnen wurden dabei berücksichtigt, überwiegend waren es genauere Positionsangaben von Autobahn-Anschlussstellen. Für die Pflege des digitalen Streckennetzes werden alle mautpflichtigen Straßenabschnitte mehrmals im Jahr mit Messfahrzeugen befahren. Die erfassten Daten helfen dem Mautbetreiber eine immer genauere digitale Straßenkarte zu bekommen, die per Funk in die OBU kopiert wird.

Zur satellitengestützten LKW-Maut und weiteren Vorhaben zur elektronischen Verkehrskontrolle siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)