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LKW-Maut: Zwei Prozent prellen [Update]

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Neue Zahlen aus dem Bundesverkehrsministerium zeigen, dass etwa zwei Prozent der LKW-Fahrer die Bezahlung der Autobahnmaut prellen. Dies berichtet Die Welt in ihrer heutigen Ausgabe. Bis Ende Mai seien 57 Millionen mautpflichtige Fahrten auf den Autobahnen registriert worden. Dabei seien 6,57 Millionen Fahrzeuge kontrolliert worden, wobei die Zahl der Beanstandungen unter zwei Prozent gelegen habe. Auch nachts sei kontrolliert worden. Als Beispiel nennt die Welt die Nacht vom 3. Mai, in der 217 LKW kontrolliert worden seien und 3 Fahrzeuge beanstandet wurden. Insgesamt habe es im Mai 575 mobile nächtliche Kontrollen gegeben, dazu noch automatische durch die Mautbrücken, für die keine genauen Zahlen vorliegen.

Basierend auf einem Bericht des ZDF-Magazins Frontal hatte Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), bemängelt, dass LKW in der Nacht stundenlang auf Autobahnen unterwegs sein können, ohne dass die Maut kontrolliert werde. Daraufhin hatte das zuständige Bundesamt für Güterverkehr im April und Mai die nächtlichen Kontrollen ausgeweitet.

Für Verkehrsminister Manfred Stolpe ist die Maut eine Erfolgsgeschichte. Anlässlich einer Tagung zur Mobilitätsoffensive erklärte er, dass Australien, China, die baltischen Staaten, Großbritannien, Spanien und Tschechien Interesse am deutschen Mautsystem gezeigt hätten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass interessierte Staaten abwarten, wie das deutsche Mautsystem das dynamische Road Pricing bewältigt. In einem Monat beginnt das Upgrade der OBU-Software auf die Version 2.0, mit der dann dynamisch Strecken abseits der Autobahn bemautet und belastungsabhängige Mautgebühren vorgesehen werden können. Zum ersten Januar 2006 soll die neue Software starten. Derzeit sind 38 Straßenabschnitte auf Bundesstraßen im Gespräch, für die eine Maut erhoben werden soll.

Bereits gestern hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass das Mautsystem im ersten Halbjahr 1,4 Milliarden Euro Einnahmen erzielte. Zum Jahresende könnten es 3 Milliarden sein.

[Update]:
Wie Toll Collect inzwischen mitteilte, sollen mit dem Stichtag des 18. Juli alle 1900 Servicepartner des Maut-Systembetreibers in Europa die neue Software erhalten, die auf derzeit derzeit 448.500 eingebaute OBUs installiert werden muss. Der Installationsvorgang dauert nach Angaben von Toll Collect eine Stunde und ist das wichtigste Vorhaben der Mautbetreiber: 85% aller Einnahmen werden über die OBU abgewickelt. Zum ersten Januar 2006 soll dann die neue Software starten. Derzeit sind 38 Straßenabschnitte auf Bundesstraßen im Gespräch, für die eine Maut erhoben werden soll. Außerdem sollen einige Autobahnen zu bestimmten Tageszeiten verteuert, andere verbilligt werden.

Zur satellitengestützten LKW-Maut in Deutschland siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)