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LTE-Mobilfunk als Software Defined Radio

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Die Duisburger mimoOn GmbH will auf der nächste Woche in Las Vegas stattfindenden Konferenzmesse CTIA Wireless als nach eigenen Angaben weltweit erster Entwickler eine LTE-Implementierung als Software Defined Radio (SDR) demonstrieren. Die Software existiert in zwei Versionen: Eine ist für Basisstationen, Femto- und Picozellen vorgesehen, die andere für Endgeräte. Sie dient Systementwicklern als Ausgangspunkt für eigene Produkte. Solche könnten schon ab 2009 auf den Markt kommen, obwohl der LTE-Standard noch nicht ratifiziert ist. Das LTE-Projekt der 3GPP soll als UMTS-Nachfolger im Downstream von der Mobilfunk-Basisstation zum Terminal Datenraten bis zu 100 MBit/s schaffen und damit siebenmal so schnell sein wie die derzeit flotteste UMTS-Inkarnation HSDPA.

SDR erledigt einen großen Teil auch der unteren Protokollschichten wie etwa den Medienzugriff (MAC) und Modulation (Teil des PHY) in Software, wogegen diese Funktionen bei heute gängigen Handys in Hardware gegossen sind. Dadurch kann ein SDR zwar leicht zwischen verschiedenen Funksystemen umschalten oder bei Standarderweiterungen angepasst werden, braucht aber spezialisierte Prozessoren mit hoher Rechenleistung. Den dadurch zu erwartenden hohen Stromverbrauch kontert mimoOn durch Parallelverarbeitung statt hohem Prozessortakt. Die Software ist ferner auf kommende LTE-Erweiterungen (Advanced LTE, MIMO im Uplink) vorbereitet. (ea)