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LTE-Summit 2015: Südkorea forciert 5G-Mobilfunk-Entwicklung

Südkorea ist bestens vernetzt: Neue Gebäude werden dort üblicherweise gleich ans Glasfaserkabelnetz angeschlossen und auch in Sachen Mobilfunk ist das Land weit vorne: Korea Telecom (KT) will die Olympischen Spiele 2018 mit 5G-Mobilfunk verbinden.

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LTE-Summit 2015

(Bild: Samsung / Friederike Maier)

Giuseppe Donagemma, Netzwerk-Vizechef Samsung Europe, erklärt den C-RAN-Ausbau in Seoul.

(Bild: Friederike Maier)

IP-TV und Online-Videos sind überaus beliebt in Südkorea – auch unterwegs. Auf über 4 GByte Datenverkehr kommt ein Mobilfunknutzer im Durchschnitt dort monatlich. Um dieses Datenvolumen zu stemmen, haben die Provider schon 2012 angefangen, Small Cells aufzubauen. Über 20 LTE-Zellen pro Quadratkilometer betreibt allein ein Provider in der Metropolregion Seoul, die eine der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt ist. Die Peak-Datenrate liegt bei 300 MBit/s, erklärte Giuseppe Donagemma, Vice President Networks von Samsung Europe, auf dem LTE-Summit in Amsterdam.

Die Provider profitieren davon, dass in Südkorea Glasfaserkabelnetze sehr verbreitet sind. Die Architektur der Mobilfunknetze wird seit 2012 zentralisiert aufgebaut (C-RAN). Dabei wandert der komplexe Digitalteil einer Basistation – zuständig für Koordination und Baseband Processing – an einen zentralen Standort. Die LTE-Zelle wird von einer abgespeckten Radio Unit aufgespannt, die fertig prozessierte Daten per Glasfaserkabel erhält. Auf der über 600 Quadratkilometer großen Fläche Seouls werden einige Dutzend zentrale Standorte betrieben, die tausende Radio-Units versorgen. Auch die native Telefonie per VoLTE läuft in Südkorea seit 2012 und hat nunmehr über 8,8 Millionen Nutzer.

Ein Thema, um die enormen Datenraten durch die Luft zu bekommen, ist die Koexistenz mit WLAN. Neben LTE im unlizenzierten 5-GHz-Band wird von Samsung auch eine Link Aggregation mit WLAN im 5-GHz-Band ins Auge gefasst (Arbeitstitel LTE-H für Hetnet, also Heterogenes Netzwerk).

Die Olympischen Winterspiele 2018 sollen als Test für 5G-Mobilfunk genutzt werden, erklärt Jae-yoon Park (Senior Vice President der Network Technology Unit, Korea Telecom).

(Bild: Friederike Maier)

Zu den Olympischen Spielen 2018 will KT diverse potentielle 5G-Techniken in größerem Rahmen testen – beispielsweise zur Verbreitung von 360°-Video-Aufnahmen der Sportler. In sechs Regionen will das Unternehmen dafür Testnetze aufbauen, die etwa Massive MIMO mit Beamforming unterstützen sollen. Eine Technik, die Reichweite zu erhöht und die gerade bei der Verwendung von höheren Frequenzbändern interessant wird. Samsungs Entwicklungsabteilung erreichte damit voriges Jahr bei einer Mitten-Frequenz von 28 GHz und einer Bandbreite von 800 MHz eine Geschwindigkeit von 7,5 GBit/s. Selbst im mobilen Betrieb bei einer Geschwindigkeit von 110 km/h transportierten die Samsung-Forscher so noch 1,2 GBit/s. (Friederike Maier) / (rek)

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