Menü

LTE am Potsdamer Platz

vorlesen Drucken Kommentare lesen 239 Beiträge

Der neue Mobilfunkstandard LTE soll zuerst die "weißen Flecken" der Breitbandversorgung auf dem Land abdecken. Inzwischen aber ist der mobile Datenturbo auch in der Stadt angekommen: Unter der Kuppel des Sony-Centers am Potsdamer Platz in Berlin hängt in einem kleinen grauen Kasten die Technik für die Basisstation des ersten LTE-Netzes im Zentrum der Hauptstadt, betrieben von Vodafone. "Berlin hat als eigenes Bundesland ja keine weißen Flecken, da können wir LTE schon jetzt anbieten", sagt der zuständige Manager bei Vodafone Deutschland, Zoltan Bickel.

Weitere Gebiete in Berlin, in denen Vodafone schon mit LTE präsent ist, sind die Region am Flughafen Tegel, Steglitz mit Umgebung und der Ortsteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick. Die bisher in Berlin errichteten LTE-Pilotstandorte erreichen 15.000 bis 20.000 Haushalte. "Wir wollen bis Ende 2011 die weißen Flecken erschließen und gehen dann in die Städte hinein" erklärt Bickel. "Die bundesweite Abdeckung ist ein Ausbauprogramm von vier bis fünf Jahren."

Bei der Deutschen Telekom soll Köln im Herbst nahezu flächendeckend mit LTE versorgt werden. "Das ist die erste Stadt, es werden weitere Städte folgen", sagt Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Bei Telefónica mit der Marke O2 wird zurzeit in München mit 17 und in Halle mit 20 Basisstationen getestet. "Mit einem kommerziellen Angebot starten wir spätestens zum 1. Juli", sagt Telefónica-Sprecher Albert Fetsch.

Im Bereich des Sony Centers am Potsdamer Platz ist Vodafone innen und außen mit LTE auf Sendung.

(Bild: Screenshot/Vodafone.de)

Mit LTE bleibt die Mobilfunkverbindung auch bei höheren Geschwindigkeiten bis etwa 300 Kilometern in der Stunde erhalten – genug für die schnellste ICE-Strecke. Großes Interesse haben aber auch Automobilhersteller wie Audi oder BMW. Bisher sei das Auto von den Diensten der digitalen Welt nahezu abgeschnitten, sagte Reinhard Clemens vom Vorstand der Deutschen Telekom am Donnerstag auf einer Konferenz der Zeitschrift "Automobilwoche" in München. Mit einfachen Geräten mit Touchscreen-Bedienung und Spracherkennung könnten künftig neuartige Anwendungen aus der Cloud ins Auto gelangen.

Die schnellen, mobilen Internet-Verbindungen benötigen auch entsprechend leistungsfähige Anbindungen der Basisstationen ans "Backbone", wie die dicken Leitungen für den Transport der immer umfangreicheren Datenmassen genannt werden. "Hier verlegen wir unter anderem auch Glasfaser und sorgen für einen Anschluss mit mindestens 300 Megabit pro Sekunde", erklärt Vodafone-Manager Bickel. (vbr)