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Lademanagement vernetzt Elektroautos mit Kraftwerken

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Forscher beim Chipkonzern Intel in Irland haben ein integriertes Lademanagementsystem entwickelt, das dem Fahrzeugführer das Nachdenken über den Füllstand seines Elektroautos abnehmen soll, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 12/11 (seit dem 24. November am Kiosk oder online bestellbar). Die Idee: Auto, Ladestation und Energienetz kommunizieren künftig direkt miteinander. Dazu arbeiteten die Intel-Wissenschaftler mit Entwicklern beim Geschäftssoftwareanbieter SAP zusammen, dessen Programme bei vielen Elektrizitätsunternehmen laufen. Weiterer Projektpartner war der Netzbetreiber Electricity Supply Board (ESB), der größte Stromversorger in der Republik Irland mit Hauptsitz in Dublin.

Das Projekt, das sich "Context Aware Electric Vehicle Charging" (CAEVC) nennt, hatte zunächst zum Ziel, eine neue Schnittstelle zwischen den Beteiligten zu entwickeln. Eine Steuerkonsole beim Endkunden, die auch ein einfaches Tablet sein kann, erhält dann laufend Preissignale. Ist die Last im Netz beispielsweise gering, könnte es billiger werden.

Die Steuerkonsole ist wiederum mit der Ladeeinheit in der Garage intelligent vernetzt. Statt stur sofort mit hohem Tempo aufzuladen, sobald das Elektroauto eingesteckt wird, wartet das Lademanagementsystem zunächst ab, wie sich der Preis entwickelt. Ist dieser beispielsweise in der Nacht um 2 Uhr besonders gering, wird der Ladevorgang aktiviert. Peaks werden gezielt umgangen. Der CAEVC-Algorithmus lernt außerdem vom Anwender: Die Software weiß, wann das Fahrzeug definitiv geladen sein muss und kann dann notfalls auch hochpreisig Strom einkaufen.

"Wir wollen Elektroautos für die Nutzer bequemer machen", sagt Damian Kelly vom SAP-Intel-Collab in Belfast, der an dem Projekt beteiligt war. Der Kunde solle mehr Vertrauen in sein Fahrzeug haben: "Das System stellt sicher, dass der Nutzer stets über die notwendige Energie verfügen kann." Die möglichen Ersparnisse durch intelligente Ladevorgänge sind dabei groß. Schon jetzt waren im Prototypsystem bis zu 50 Prozent drin, wenn die ESB-Off-peak-Tarife genutzt wurden.

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(bsc)