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Ländercheck Informatik: Sorge über Mangel an Hochschullehrern

Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft beklagt in einer Analyse der Hochschullandschaft der Bundesländer ein "weit unterdurchschnittliches" Wachstum beim Lehrpersonal im Bereich Informatik. Es gebe auch zu wenig Absolventen.

Ländercheck Informatik: Sorge über Mangel an Hochschullehrern

(Bild: stifterverband.org)

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen des "Ländercheck Informatik", den der von rund 3000 Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen getragene Stifterverband für die deutsche Wissenschaft jetzt veröffentlicht hat, recht rosig aus. Die Zahl der Studienanfänger, die sich zwischen 2011 und dem Wintersemester 2016/17 für das Fach Informatik eingeschrieben haben, ist demnach um fast 20 Prozent von 28.033 auf 33.443 gestiegen, während die Gesamtzahl der Neu-Immatrikulierten um 2,2 Prozent schrumpfte. Das Personal im Lehr- und Forschungsbereich in der Informatik ist parallel um 9,5 Prozent gewachsen. Unter den 2016 dort beschäftigten 14.812 Informatikfachleuten waren 2652 hauptberufliche Professoren.

(Bild: Stifterverband / Destatis)

Der Stifterverband legt das Augenmerk aber darauf, dass im Vergleich mit einem Plus beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal an Hochschulen insgesamt von 14,7 Prozent das Wachstum bei der Informatik bundesweit "weit unterdurchschnittlich" ausgefallen sei. Nur in Hessen, Bayern, Bremen, Sachsen und Schleswig-Holstein sehe die Bilanz besser aus. Im Saarland sowie in Niedersachsen, Brandenburg, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern habe sich die Zahl der wissenschaftlichen Informatiker in Lehre und Forschung aber sogar verringert. Insgesamt sei der Anteil, den die Wissenschaftler im Bereich Informatik an allen Akademikern an Hochschulen ausmachen, seit 2011 um 0,2 Prozentpunkte gesunken.

Ferner beklagt der Verband eine überdurchschnittlich hohe Quote an Studienabbrechern in der Informatik, die an Universitäten bei 45 und an Fachhochschulen bei 41 Prozent liege. Er räumt aber ein, dies könnte angesichts des Fachkräftemangels im IT-Sektor auch darauf zurückzuführen, dass Studierenden gerade in späteren Semestern interessante Jobangebote gemacht würden und sie deswegen auf einen Abschluss verzichteten. Bundesweit seien 2016 in dem Bereich 25.196 bestandene Endprüfungen gezählt worden und damit 27,6 Prozent mehr als noch im Wintersemester 2011/12. Der Anteil der Informatikabsolventen an allen Studienabschlüssen stagniere jedoch.

Zwischen den Bundesländern weist die Untersuchung große Unterschiede auf. Sachsen und Saarland haben demnach in den vergangenen Jahren am meisten dafür getan, um der starken Nachfrage nach IT-Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Beide hätten das Bildungsangebot erheblich ausgebaut und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöht. Saarland habe mit 7 Prozent nach Bremen den höchsten Anteil an Informatikfachleuten unter dem wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen. Die Schlussgruppe im aktuellen Vergleich bilden Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Dort sei im Gegensatz zu den anderen Ländern auch die Diversität unter den Informatik-Studenten gering. Bundesweit sei der Fachbereich trotz vieler Frauen umgarnender Initiativen nach wie vor "männerdominiert".

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

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