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Lahme E-Mobilität und Siemens-Altlast setzen Continentals Antriebssparte zu

Continental hält Kurs auf sein Jahresziel. Besonders im Geschäft mit den Reifen und den Daten im Auto brummt es weiter. Doch die insgesamt gute Bilanz verdeckt zwei Sorgenkinder bei der Antriebstechnik.

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Der schleppende Anlauf der Elektromobilität hat dem Autozulieferer Continental Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe eingebrockt. Die Antriebssparte des Dax-Konzerns verbuchte im dritten Quartal 2014 vor Zinsen und Steuern gut 263 Millionen Euro Verlust. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Plus von knapp 50 Millionen Euro in der Bilanz gestanden.

Konzernzentrale in Hannover

(Bild: Continental)

Conti erklärte den Dämpfer am Dienstag in Hannover mit 334 Millionen Euro an einmaligen Aufwendungen, darunter Abschreibungen. Ein Teil davon entfällt auf das drohende Aus für das Mitte 2012 gegründete Batterie-Gemeinschaftsunternehmen mit dem koreanischen Partner SK Innovation. "Wir sind in Diskussionen, ob wir das fortführen oder nicht", sagte Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der dpa.

Dass es hier gar keine Perspektive mehr gebe, sei aber falsch. Auch sei das Ende noch nicht besiegelt. Jedoch betonte Conti bereits, dass "mittelfristig keine wirtschaftliche Grundlage mehr für Geschäftsaktivitäten" mit dem Partner bestehe. Die laufenden Arbeiten und Investitionen seien schon stark reduziert.

Für eine weitere Belastung sorgt ein Schnitt bei verlustbringenden Altaufträgen für die Diesel-Hochdrucktechnik, die sich Conti mit der Übernahme von Siemens VDO ins Haus geholte hatte. Künftige Verluste dabei – gut 110 Millionen Euro – sind nun schon heute zurückgestellt.

Abgesehen von den zwei Schönheitsflecken der lahmenden E-Mobilität und der VDO-Altlast läuft es insgesamt aber weiter rund. Die im Sommer zum zweiten Mal angehobene Prognose hat Bestand. Demnach will der Konzern von jedem umgesetzten Euro vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) 11 Cent Ertrag behalten. Neuerdings sei es sogar realistisch, "dass wir am Jahresende leicht darüber liegen werden".

Die Kernergebnisse für den Konzern lauten nach neun Monaten: 25,59 Milliarden Euro Umsatz (plus drei Prozent), 2,45 Milliarden Euro Ebit (minus drei Prozent) und unterm Strich 14 Prozent Verbesserung auf 1,8 Milliarden Euro. Ende September zählte der Conti-Konzern ohne Azubis 189.361 Mitarbeiter – ein Plus von 7 Prozent.

"Wir sind weiter gut unterwegs. Auch das dritte Quartal war – die Einmalaufwendungen außen vor gelassen – ein gutes Quartal", sagte Schäfer. Besonders im Bereich Interior, der bei Conti für das Informationsmanagement im Fahrzeug steht, "haben wir etwas mehr Rückenwind, als wir das eigentlich geglaubt hatten". Und auch der für das Reifengeschäft wichtige Kautschukpreis gebe absehbar weiter nach. (anw)

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