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Lange Nacht ... nicht nur für Monsterprimzahlen

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Viel Mut zeigt das mathematische Institut der Technischen Universität Berlin: Es will in Zusammenarbeit mit dem DFG-Forschungszentrum Mathematik für Schlüsseltechnologien als Beitrag zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin eine Monsterprimzahl erlegen. Mit den nur 100 Rechnern der Institute will man in der Wissenschaftsnacht am 12. Juni eine Primzahl mit über zehn Millionen Dezimalziffern nachweisen, wobei man auf rege Internet-Unterstützung hofft.

Immerhin winkt ein durchaus erkleckliches Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar für denjenigen, der als erster eine Primzahl mit über 10 Millionen Stellen nachweist. Ausgelobt hat den Preis die von Electronic Frontier Foundation (EFF).

Erst vor rund drei Wochen hatte das GIMPS-Projekt die bislang größte bekannte Primzahl 224.036.583-1 aufgespürt, die mit 7.235.733 Dezimalziffern noch ein gutes Stück von der 10-Millionen-Marke weit weg ist. Und bei GIMPS (Great Internet Mersenne Prime Search) arbeitet ein weltweites Netz (primenet) von rund 50.000 Computern mit mehr als 14 TeraFLOP/s an der Prim-Aufgabe.

Es ist also ein harter Job und so kann es also, frei nach Schillers Wallenstein, eine sehr lange Nacht werden: "Ich denke einen langen Schlaf zu tun ...". Aber vielleicht halten es die Berliner mit des Fastberliners Döblin "Hamlet oder die lange Nacht nimmt ein Ende" ... Die Berliner Mathematiker wollen aber wohl vorrangig die Gelegenheit nutzen, ihr Computeralgebrasystem KASH/KANT vorzustellen.

Insgesamt sind es rund 100 Einrichtungen, die mit einem bunten Programm an der Langen Nacht der Wissenschaften am 12. Juni teilnehmen. Die Architekten der TU Berlin denken dabei auch an die Fußballfreunde und übertragen im Café im Innenhof des Architekturgebäudes die EM-Spiele. (as)