Langzeit-Astronauten sollen psychologische Unterstützung von Maschinen bekommen

Die Crew für Missionen tief in den Weltraum muss über Monate oder Jahre eng zusammenleben und arbeiten. Kann emotionale künstliche Intelligenz dabei helfen?

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 22 Beiträge
Von
  • Sascha Mattke

Während monate- oder sogar jahrelanger Missionen tief in den Weltraum können selbst speziell ausgewählte Menschen psychische Probleme bekommen – und die Kommunikation mit der Erde kann durch die großen Entfernungen um mehrere Stunden verzögert sein. Um derartige Missionen besser begleiten zu können, entwickelt die Nasa deshalb zusammen mit einem Privatunternehmen künstlich intelligente Systeme, die auch menschliche Emotionen erkennen und darauf reagieren sollen. Das berichtet Technology Review online in "Empathische Digitalassistenz für Reisen ins All".

"Wir wollen einen intelligenten Assistenten, der Kurs und Temperatur des Raumschiffs kontrollieren und jegliche technische Probleme erkennen kann – das bedeutet auch, das Verhalten von Menschen zu beobachten", erklärt Tom Soderstrom, CTO am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa. Bei der Partnerschaft mit der australischen Technologiefirma Akin kommt das neue JPL-Projekt Open Source Rover zum Einsatz, bei dem die Grunddesigns von echten Mars-Rovern wie Curiosity öffentlich verfügbar gemacht werden. Studenten und junge Ingenieure können damit üben, ihre eigenen Rover mit sechs Rädern für rund 2500 Dollar zu bauen.

Im vergangenen Jahr haben JPL und Akin den Open Source Rover genutzt, um die emotional intelligente KI des Unternehmens zu testen und weiterzuentwickeln. Das Ergebnis ist ein Gefährt, das Henry the Helper genannt wurde. Derzeit fährt er auf dem Gelände des JPL herum und kommuniziert mit Beschäftigten und Besuchern, um zu erproben, wie KI mit Menschen interagieren und ihre Emotionen erkennen kann. Die größten Probleme für Akin sind dabei allerdings die gleichen, die das Gebiet der emotionalen künstlichen Intelligenz allgemein bremsen. Die auf Emotionen spezialisierte Psychologin Lisa Feldmann Barrett von der Northeastern University hat dazu erklärt, dass die meisten Projekte zum Trainieren von Maschinen auf die Erkennung menschlicher Emotionen grundlegende Schwächen haben.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)