Langzeitakkus aus Eisen und Chrom

Ein amerikanisches Start-up hat eine neue Batterietechnik entwickelt, die kostengünstig und haltbar sein soll.

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Von
  • Ben Schwan

Wenn es nach der jungen kalifornischen Firma EnerVault geht, halten Akkus bald mehrere Jahrzehnte, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Start-up aus Modesto hat eine neue Batterietechnologie entwickelt, die auf den kostengünstigen Materialien Eisen und Chrom aufbaut. Sie soll besonders robust sein. Die neuen Batterien sind dafür ausgelegt, große Strommengen aufzunehmen. Damit könnten sie überschüssigen Wind- oder Solarstrom für den späteren Gebrauch zwischenspeichern. Technisch gesehen handelt es sich um eine Variante der Redox-Flow-Batterie, in der zwei Flüssigkeiten den Strom speichern, allerdings setzt EnerVault auf eine besondere Zusammensetzung.

Das Start-up nutzt eine Mischung aus den Stoffen Wasser, Chrom und Eisen. Bereits in den siebziger Jahren gab es erste Versuche, diese Materialien in Stromspeichern einzusetzen. Als Problem entpuppte sich damals allerdings, dass unerwünschte chemische Reaktionen in der Batteriechemie plötzlich Wasserstoff produzierten, der wiederum das Chrom und das Eisen angriff. Folge: Die speicherbare Energiemenge nahm mit der Zeit ab, die Geräte waren nicht robust. "Wir haben gezeigt, dass diese Reaktionen umkehrbar sind und konnten so das Problem der Eisen-Chrom-Chemie lösen", sagt Jim Pape, CEO von EnerVault. Dadurch sollen die beiden Zutaten mehr als 20 Jahre verwendbar sein.

Ganz ohne Haken ist aber auch die EnerVault-Batterie nicht: Ihr Wirkungsgrad liegt bei nur 70 Prozent, verglichen mit 90 Prozent bei heute üblichen Akkus. Pape versichert zwar, dass der Betrieb der Chrom-Eisen-Batterien wirtschaftlich sei. Für die Zwischenspeicherung etwa von Solarstrom könnte der niedrige Wirkungsgrad dennoch ein Problem sein, weil dann mehr Solarmodule nötig sind, um die gleiche Strommenge zur Verfügung stellen zu können. (Kevin Bullis )

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(bsc)