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Langzeitarchivierung geht in die Verlängerung

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Seit Juni 2003 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das nestor-Projekt zum Aufbau eines Kompetenznetzwerks Langzeitarchivierung mit insgesamt einer Million Euro gefördert. Jetzt steht die Verlängerung um weitere drei Jahre an und wird vom BMBF wohlwollend geprüft; mit einer Entscheidung sei in ein bis zwei Monaten zu rechnen. Das ließ die Vertreterin des Referats "Wissenschaftliche Information, e-Science" im Forschungsministerium, Monika Schidorowitz, auf einer Veranstaltung in der Deutschen Bibliothek" (DDB) in Frankfurt am Main durchblicken.

"Die langfristige Verfügbarkeit digitaler Ressourcen ist ein wesentlicher Faktor der Konkurrenzfähigkeit des Bildungs- und Wissenschaftssystems und damit auch der Wirtschaft in Deutschland", erklärte Schidorowitz. Mit dem Ziel der langfristigen Bewahrung und Bereitstellung digitaler Daten widme sich das Vorhaben einer bisher ungelösten Aufgabe der Informationsgesellschaft.

Im Rahmen des nestor-Projektes arbeiten die Vertreter von "Gedächtnisinstitutionen" – Archive, Bibliotheken, Museen, Rechenzentren – unter Federführung der DDB an einem nationalen Konsens zur Organisation der Langzeitarchivierung in der Bundesrepublik. Langfristige Bewahrung heißt dabei für die Archivare die Erhaltung über Generationen von technischen Systemplattformen und Nutzern hinweg. In nestor II sollen nun Auswahlkriterien für das, was der Nachwelt überliefernswert ist, erarbeitet sowie Kriterien und Standards für so genannte "vertrauenswürdige Archive" fortentwickelt werden. Diese sollen die Datenbestände nicht nur verwalten, sondern auch die Glaubwürdigkeit des Erhaltenen gewährleisten. Die erste Fassung eines solchen Kriterienkatalogs ist jetzt auf der Webseite des Projekts zur öffentlichen Kommentierung gestellt worden.

Die Gesichtspunkte der Langzeitarchivierung sollen zudem in die vom gleichen BMBF-Referat geförderten e-Science- und Grid-Computing-Projekte einfließen, in denen es um die Nutzung von Web-Diensten und verteilter Ressourcen geht. "Speicher und Rechenleistung werden dabei vollständig virtualisiert – das macht die Archivierung nicht unbedingt einfacher", erklärte Matthias Hemmje von der Fernuniversität Hagen. Deshalb sollten Forscher beispielsweise "von Anfang an die notwendigen Metainformationen generieren", anhand derer das Datenmaterial später für weitere Forschungen wiederauffindbar und nachnutzbar bleibe.

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(Richard Sietmann) / (jk)