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Laptop-Verbot: USA prüfen Ausweitung auf alle internationalen Flüge

Seit März gilt auf Flügen aus bestimmten Ländern in die USA und nach Großbritannien ein Verbot, größere Elektronikgeräte in die Kabine mitzunehmen. Die US-Regierung hält nun eine Ausweitung auf alle Flüge aus und in die Vereinigten Staaten für möglich.

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(Bild: Illia Cherednychenko )

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Die US-Regierung hält es für möglich, dass das Verbot größerer Elektronikgeräte in den Flugzeugkabinen auf alle Flüge in die und aus den Vereinigten Staaten ausgeweitet wird. Das erklärte US-Heimatschutzminister John Kelly im Interview mit Fox News. Es gebe eine reale Bedrohung, Terroristen seien geradezu besessen von der Idee, ein Flugzeug vom Himmel zu holen, begründete er diese Überlegungen. Deswegen solle die Messlatte für Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr deutlich erhöht werden. Gegenwärtig werte sein Ministerium weiter Geheimdienstinformationen aus, auch arbeite es eng mit internationalen Partnern zusammen, versicherte Kelly.

Die US-Regierung hatte im März viele elektronische Geräte für Verbindungen von zehn Flughäfen in Nordafrika und dem Nahen Osten verboten. Reisende dürfen auf diesen Verbindungen keine elektronischen Geräte, die größer sind als Mobiltelefone sind, im Handgepäck in die Kabine mitnehmen. Stattdessen müssen die im Frachtraum transportiert werden. Später wurde bekannt, dass die US-Regierung prüft, diese Beschränkungen auch auf Flüge aus Europa anzuwenden. Das ist bislang nicht geschehen, aber Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat bereits erklärt, es gebe viele Argumente, die dafür sprechen.

Dabei geht es angeblich um Erkenntnisse, dass Terroristen daran arbeiten, Bomben in Laptops zu verstecken. Inwieweit es sicherer sein soll, deswegen unzählige Elektronikgeräte mit ihren Akkus im Frachtraum zu verstauen, wurde bislang nicht erklärt, John Kelly wurde dazu nun auch nicht befragt. Andererseits wurde bereits darauf hingewiesen, dass etwa Geschäftsreisende auf Transatlantikflügen nicht einfach auf Laptops ausweichen können, die von den Airlines gestellt werden. Zu erwarten wäre deshalb, dass weniger Menschen in die USA fliegen. Die vom bestehenden Laptop-Verbot betroffene Airline Emirates etwa hat die Zahl ihrer Flüge bereits reduziert.

In dem Interview weist Kelly außerdem die richterliche Kritik an dem Einreiseverbot zurück, mit dem US-Präsident Trump die Einreise aus erst sieben, dann sechs vorwiegend muslimischen Ländern stoppen wollte. Die Bestimmungen sollten ohnehin nur temporär wirken, um Zeit zu gewinnen, in der die Sicherheitsvorkehrungen für Bürger dieser Staaten zu prüfen. Auf die Nachfrage, warum die seitdem vergangene Zeit nicht dafür genutzt wurde, erklärte Kelly lediglich, dass gegenwärtig nicht geprüft werde. (mho)