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Laserbeamer und gekrümmte OLEDs

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LG präsentierte seine Unterhaltungselektronik für 2013 in der Alten Schmiedehalle auf dem Areal Böhler in Düsseldorf.

In der alten Schmiedehalle auf dem Düsseldorfer Böhler-Areal präsentierte LG heute sein Produkt-Line-up für das Jahr 2013.

Eyecatcher sind natürlich die riesigen Fernseher mit Ultra-HD-Auflösung, die schon allein durch ihre 2,13-Meter-Diagonale beeindrucken – abgesehen von ihren mit 3840 × 2160 Pixeln sehr fein gezeichneten Bildern. Die kontraststarken OLED-Fernseher hatten es da vergleichsweise schwer. Bemerkenswert ist indes die Ansage von LG, die erstmals auf des CES gezeigte OLED-Variante mit gekrümmtem Schirm in Deutschland noch vor den planen OLED-Displays auf den Markt bringen zu wollen.

LG will in Deutschland zunächst die gekrümmte Variante seines 55-zölligen OLED-TVs anbieten – wenn alles nach Plan läuft.

Die Markteinführung der "normalen", auch in Düsseldorf ausgestellten OLED-Fernseher verzögert sich indes erneut, die Herstellung wirft weiter Probleme auf. Statt wie angekündigt im April sollen die Schirme mit der organischen Leuchtschicht zwei Monate später in den deutschen Handel kommen. Und dann zunächst das Modell mit gebogenem Display, die planen OLED-TVs sollen im August folgen. Man rechne zunächst mit dreistelligen Stückzahlen pro Monat, erklärte LG. Erst wenn die neue Produktionsstraße läuft, dürften es deutlich mehr Geräte werden.

Begründet wurde dieser etwas überraschende Schwenk vor allem über das Design: Die potenziellen Kunden würden das ungewöhnliche Aussehen der gekrümmten OLEDs sehr schätzen. Ein wenig degradiert LG die OLEDs damit allerdings von einer ernstzunehmenden TV-Bildschirmtechnik zu einem Kunstobjekt, das aus Gründen der Optik – und nicht etwa wegen der besseren Bildqualität – gekauft wird. Als unverbindlichen Preis für die plane Variante gab LG 10.000 Euro an, das gekrümmte Model soll etwas teurer werden – wie viel „etwas“ sein wird, stehe noch nicht fest.

Der als Laser-TV bezeichnete Laserprojektor ist ab April zusammen mit einer 2,54 m großen Rahmenleinwand erhältlich.

Neben den diversen Smart-TVs, Monitoren und Audio-Geräten zog auch der als Laser-TV bezeichnete Laserbeamer die Besucher an. Der von LG „Hecto“ getaufte Full-HD-Projektor nutzt 36 Laserdioden, um über einen DLP-Chip ein Bild zu projizieren. Grundlage sind blaue Laser, die per Leuchtstoff-Beschichtung rotes, grünes und gelbes Licht sowie eben blaues Licht erzeugen – Gelb dürfte hier wie bei Pseudo-White-LEDs mit Blau zu „weißem“ Licht führen.

Der Hecto-Laserbeamer muss sehr genau zur Leinwand ausgerichtet werden; letztere gibt es auch mit Standfuß.

Der Hecto wird ausschließlich mit einer 100 Zoll großen, gerahmten Leinwand angeboten. Diese hat einige besondere Eigenschaften: Kleine Mikrostrukturen auf der Leinwand bündeln das Licht, der Gain beträgt 1,2. Die dunkle Oberfläche verbessert den Schwarzwert der Projektion und minimiert das sogenannte Laser-Speckle. Sie verringert aber zugleich die wahrnehmbare Helligkeit – von dem laut LG 2000 Lumen hellen Lichtstrom des Beamers gelangt deutlich weniger zum Auge des Betrachters.

Steht der Laserbeamer 55 Zentimeter von der Leinwand entfernt, passt sein Bild in die wie ein großer Fernsehschirm aussehende Rahmenleinwand mit 2,50 m Diagonale. Der Hecto-Laserbeamer soll ab Mitte April zusammen mit der Spezialleinwand für 8000 Euro zu haben sein. Damit tritt er in Konkurrenz zu sehr großen Flachbildfernsehern, wie sie beispielsweise von Sharp mit der etwas kleineren 2-Meter-Diagonale (80 Zoll) für 4000 Euro erhältlich sind. Allerdings hat der Hecto weder Smart-Funktionen noch beherrscht er 3D; die Smart-TV-Funktionen sollen bei der nächsten Hecto-Generation im Herbst integriert werden. (uk)