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"Lassen uns nicht erpressen": Rossmann schmeißt Paypal raus

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Die Drogeriekette Rossmann hat ihre Zusammenarbeit mit Paypal eingestellt. Produkte im Online-Shop können nicht mehr über den Bezahldienst der Ebay-Tochter abgerechnet werden. Hintergrund ist das von Paypal umgesetzte Kuba-Embargo der US-amerikanischen Regierung. Das Unternehmen ging in den vergangenen Monaten immer wieder gegen Online-Händler vor, die kubanische Produkte verkaufen und (unter anderem) über Paypal abrechnen ließen.

Auch Rossmann bekam am 1. August Post von Paypal. Konkreter Streitpunkt waren kubanische Zigarren im Online-Angebot der Drogeriekette. Paypal forderte Rossmann mit einem ruppigen Schreiben zu einem Delisting der Produkte innerhalb von drei Tagen auf, andernfalls werde die Zusammenarbeit aufgekündigt. Rossmann hätte die Zigarren komplett aus dem Online-Shop nehmen müssen, eine bloße Deaktivierung der Paypal-Zahlungsoption für diese Produkte wäre nicht ausreichend gewesen. "Das war eindeutig eine Erpressung gegen Rossmann", bekräftigte ein Rossmann-Sprecher im Gespräch mit heise online. "Wir lassen uns aber nicht erpressen." Die Geschäftsleitung habe darum schon am 3. August beschlossen, Paypal als Zahlungsart zu streichen. Im Online-Shop informiert das Unternehmen inzwischen auch seine Kunden über den Vorgang.

Paypal beruft sich bei seinem Vorgehen auf die Sanktionsbestimmungen der US-Behörden, an die der Dienst als US-amerikanisches Unternehmen gebunden sei. Der Verkauf kubanischer Produkte verstoße gegen US-Recht und gegen die Geschäftsbedingungen von Paypal. Das Unternehmen streitet sich gerade mit dem Betreiber des Online-Shops bardealer.de vor Gericht darum, ob dieses Prozedere mit deutschem Recht vereinbar ist. Eine erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Traunstein wird in der nächsten Woche erwartet. (jh)

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