Menü
Technology Review

Lecker kochen mit Algen

Seegras schmeckt normalerweise eher fischig. US-Wissenschaftler haben eine Sorte gezüchtet, die nach Speck schmeckt.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 93 Beiträge
Lecker Kochen mit Algen

(Bild: OSU)

Die Produktion von Fleisch ist bekanntlich wenig nachhaltig – oft ist der Flächenverbrauch hoch und die anfallende Gülle kann die Umwelt schädigen. Doch was tun, wenn man doch einmal ohne schlechtes Gewissen leckeren Schinkenspeck genießen möchte?

Ein Wissenschaftlerteam um Chris Langdon am Hatfield Marine Science Center der Oregon State University (OSU) hat nun eine neue Variante von Rotalgen, wissenschaftlich Palmaria genannt, gezüchtet, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Schinkenspeck aus dem Meer"). Sie besitzt viele gesunde Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, weist – im gebratenen Zustand – aber noch eine zusätzliche Besonderheit auf: Sie schmeckt ziemlich genau wie Schinkenspeck.

Rotalgen wachsen an vielen Meeresküsten. Sie werden bereits geerntet, um als Nahrungsmittelzusatz oder Delikatesse in einigen Weltregionen verwendet zu werden. Allerdings schmecken sie in Rohform nach Fisch – eine Geschmacksrichtung, die nicht jedem behagt.

Die neu gezüchtete Rotalge soll sich in großen Tanks anbauen lassen und muss nicht im Meer geerntet werden. In Zusammenarbeit mit dem Food Innovation Center der OSU wollen die Forscher nun immerhin knapp 50 Kilo pro Woche erzeugen. Ein Verkauf ist zunächst in Nischenmärkten angedacht, etwa im wachsenden Veganer-Markt. Dazu wollen die Forscher einen Marketingplan aufstellen. Sie hoffen auf die Entwicklung einer ganz neuen Industrie. Daran besonders nachhaltig: Die Pflanze wächst in einem Rezirkulierungssystem. Benötigt wird dazu eine ausreichende Menge Seewasser und genügend Sonnenlicht. Damit könnte man sie auch auf dem flachen Land ohne große Mühe anbauen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

Anzeige
Anzeige