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Ledersessel und 23.1-Sound: Luxus-Experimente im Kino

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So sind die Lautsprecher beim 23.1-Immsound-System verteilt.

(Bild: Immsound)

Nach dreiwöchiger Umbauphase eröffnet am Donnerstagabend der erste "iSens"-Premium-Kinosaal in der Düsseldorfer UCI Kinowelt. Laut UCI umfasst iSens in Düsseldorf vier Neuerungen: Hochwertige Projektion mit 4K-Auflösung, überdurchschnittlich große Leinwand, edle Bestuhlung und 23.1-Tonsystem. Für helle Bilder sorgt ein NEC-3240S-Digitalprojektor, der mit seinen 33.000 Lumen Leistung laut UCI Angaben der derzeit lichtstärkste DLP-Kinobeamer am Markt ist. Außerdem bietet der iSens-Saal eine 240 m² große Leinwand – laut UCI die größte der Stadt. Im Bundesvergleich bewege man sich damit in der Top 25 der größten Leinwände.

Im Zuge des Umbaus wurde zudem die komplette Bestuhlung ausgetauscht und durch "ProBax"-Technik ersetzt. Bei diesem System passen sich die Sessel der Körperform an. Seit 2006 wird ProBax unter anderem in Lotus-Sportwagen eingesetzt, UCI hat sich für den Kinobereich laut eigenen Angaben die Exklusivrecht gesichert.

Der Clou des iSens-Konzepts ist aber das 23.1-Mehrkanaltonsystem. Entwickelt von der barcelonischen Firma Immsound, kommt es erstmals in Deutschland zum Einsatz. In Düsseldorf wurden dazu 51 Lautsprecher mit einer Leistung von 43.500 Watt installiert – nicht nur an den Wänden des Kinosaals, es kommen zusätzlich 5 Deckenlautsprecher mit einem Abstrahlwinkel von 360 Grad zum Einsatz. Da Filme gewöhnlich in 5.1- oder 7.1- Kanalton abgemischt werden, erzeugt das Tonsystem von Immsound in Echtzeit einen 23-Kanal-3D-Upmix – ohne laut Herstellerangaben etwas künstlich hinzuzufügen. Mit den 23 Kanälen übertrifft man deutlich den bisherigen Spitzenreiter, Saal 6 des Cinemaxx Mülheim. Hier war im Oktober 2011 ein 16.1-System des Herstellers QSC installiert worden.

Wie im Lotus-Roadster: ProBax-Sessel im UCI-iSens-Kino.

(Bild: UCI Kinowelt)

Bei einer Pressevorführung konnte das Düsseldorfer 23.1-System nicht nur bei Beispielclips der Herstellerfirma überzeugen, sondern vor allem bei Trailern von Actionfilmen wie "The Avengers" und "Men in Black 3". Öffentliche Premiere feiert das iSens-System heute lediglich mit einer 2K-Vorführung – zu sehen gibt es "Ziemlich beste Freunde", der wie die meisten aktuellen Filme nur in 2K-Auflösung gedreht wurde. Nächste Woche Mittwoch soll bei der Preview von "Men in Black 3" aber echte 4K-Bilderpracht gezeigt werden.

Immer mehr deutsche Kinoketten versuchen mit solchen Luxus-Angeboten Zuschauer zu locken. Vorreiter ist die Cinemaxx AG, die schon vor fünf Jahren in ihrem Essener Multiplex-Kino einen Luxussaal eingerichtet hat und im letzten Jahr für 250.000 Euro einen Saal im Cinemaxx Mülheim an der Ruhr auf ihren sogenannten "First-Class-Standard " brachte, inklusive 4K-Projektion, gediegenen, verstellbaren Ledersesseln und Bedienung am Sitzplatz. Zuvor hatte die CineStar Gruppe im Frühjahr vergangenen Jahres das Berliner IMAX-Kino für über 1 Million Euro in ein "Event-Cinema" umgebaut.

Mit Preisen von 7 bis 9,50 Euro je nach Wochentag (ohne 3D-Zuschlag) kostet das UCI-Premiumangebot deutlich weniger als das von CineStar (10,50 bis 12 Euro) und Cinemaxx (9 bis 18 Euro). Während sich die Mitbewerber bisher auf einige wenige Standorte beschränken, will die UCI/Odeon in rascher Folge jeweils einen Saal ihrer 23 Multiplexe in Deutschland auf iSens-Standard bringen. (jkj)