Legendäres Hacker-Magazin "Phrack" wird eingestellt

Die Kult-Postille soll in diesem Monat zum letzten Mal erscheinen. Nach genau 20 Jahren und dann 63 Ausgaben schließt sie dann die Pforten.

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Von
  • Dirk Martin Knop

Das legendäre Hacker-Magazin Phrack wird in diesem Monat die letzte Ausgabe herausgeben. Damit schließt die Kult-Postille nach genau 20 Jahren und dann 63 Ausgaben die Pforten. Die letzte Ausgabe soll als Hardcover auf den Hackerversammlungen Defcon und WhatTheHack2005 erscheinen.

Phrack beschäftigte sich seit August 1985 mit allen Themen und der Philosophie rund ums Hacken. Anfangs lief das Magazin noch auf dem BBS "Metal Shop" und wurde auf vielen weiteren BBS weltweit gespiegelt. Themenschwerpunkt damals war vor allem das Phreaking, also das Hacken des Telefonsystems. Populär wurde Phrack vor allem dadurch, dass die beiden Hauptbeteiligten Knight Lightning und Taran King Profile von berühmten Hackern wie Erik Bloodaxe und The Mentor sowie Grundlagenartikeln zur Funktionsweise von Telefon- und Computernetzwerken veröffentlichten.

In den Blick der Öffentlichkeit rückte das Magazin Anfang der 90er-Jahre, als es von den Ermittlungsbehörden aufgegriffen wurde, die nach Hackern und Hacker-Vereinigungen fahndeten. Damals verklagte das Telekommunikationsunternehmen Bell South den Phrack-Redakteur Craig Neidorf, auch als Knight Lightning bekannt, wegen Betruges, da er ein Dokument namens E911 abgedruckt hatte. Den Streitwert bezifferte Bell South mit 80.000 US-Dollar für das Veröffentlichen des geheimen Dokuments. Die von der jungen Electronic Frontier Foundation (EFF) organisierte Verteidigung konnte jedoch nachweisen, dass dieses Dokument für 13 US-Dollar telefonisch bei Bell South bestellt werden konnte und wehrte somit die Klage ab.

Die Betreiber der Website werden den Internetauftritt noch zwei weitere Jahre aufrecht halten. Sollte sich bis dahin niemand gefunden haben, der in die Fußstapfen der Legende treten möchte, wird das Magazin wohl oder übel im WWW-Archiv verschwinden. (dmk)