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Lego-Chef setzt auf Augmented Reality

Lego-Steine per Augmented Reality zum Leben erwecken kann man schon länger, nun sollen die Produkte in die reale Umgebung integriert werden.

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Lego-Chef setzt auf Augmented Reality

(Bild: Apple)

Eine Auswahl an Lego-Produkten ist bereits heute mit technischen Spielereien ausgestattet. Neben eingebauten Motoren, Fernsteuerungen und den programmierbaren Roboticsets sowie dem umfangreichen Lego Mindstorm, setzt das Unternehmen verstärkt auf Augmented Reality (AR). Das dänische Unternehmen will bei seinen Produkten stärker auf Digitalisierung setzen. "Wir wollen so innovativ wie möglich sein", sagte der Lego-Chef Niels Christiansen der Deutschen Presse-Agentur. Bei Lego werde mit Anwendungen für AR experimentiert. Bereits seit einiger Zeit kann man ausgewählte Produkte in den Katalogen mit einer entsprechenden App über das Einscannen von QR-Codes zum Leben erwecken. "Wir wollen die Möglichkeiten der Digitalisierung noch besser für uns nutzen", so Christiansen, der den Konzern seit 2017 leitet.

Dies sei auch eine Antwort auf die Veränderung im Kinderzimmer, die der Wandel mit sich bringe. "Man muss den Wandel als Chance sehen." Physisches Spielen werde nicht verschwinden. "Kinder mögen beides, in ihrer Welt verschmilzt analoges und digitales Spielen", so Christiansen weiter. Während die frühen AR-Möglichkeiten auf den Katalog begrenzt waren, möchte man nun die erdachten Gegenstände auf dem Bildschirm in die reale Umgebung integrieren. Erste Möglichkeiten hat Apple bereits mit dem ARKit 2 auf einer Keynote 2018 vorgestellt. Dabei kann die Anwendung mit anderen Nutzern geteilt werden und deren Positionen im Raum erkannt werden. In dem Beispiel können an einem Lego Modell so bis zu vier Spieler gleichzeitig spielen.

Augmented Reality: Das kann Apples ARKit 2

Ehemaliges Logo von Held der Steine

(Bild: Herr der Steine)

Der Bauklötzchen-Hersteller, der jedes Jahr 60 Prozent seiner Produkte auswechselt und damit bei einigen seltenen Produkten für einen hohen Sammlerwert und entsprechende Preise sorgt, hat in der Vergangenheit ein Stück weit an Beliebtheit in der digitalen Welt einbüßen müssen. Lego hat den in Frankfurt beheimateten Lego-Händler und auf YouTube als "Held der Steine" bekannten Lego-Fan T. Panke per anwaltlichem Schreiben aufgefordert, sein Logo aufgrund von Verwechslungsgefahr zu ändern. Vorausgegangen war eine Markenanmeldung durch den Held der Steine. In einem Video erklärt der "Held der Steine", dass Lego aufgrund des Logos befürchte, man würde denken, der "Held der Steine" sei Lego. Inzwischen ist die Marke gelöscht.

Die Vorgehensweise von Lego wurde im Internet überwiegend kritisiert, zumal auf dem Kanal des Frankfurters ausschließlich über Lego berichtet wird und ein gewisser Werbeaspekt, sowohl für den Ladenbetreiber T. Panke und auch das Unternehmen Lego, nicht abzuerkennen ist. Der Lego-Youtuber, mit über 220.500 Abonnenten und Millionen Aufrufen seiner Videos, hat mittlerweile sein Logo geändert und Lego ist zu der Einsicht gekommen, dass ein einfaches Telefonat mit dem "Held der Steine" die bessere Vorgehensweise gewesen wäre, anstatt die Umstände direkt mit einem Schreiben vom Anwalt klären zu lassen. In der Zwischenzeit hat laut Medienberichten ein Treffen der beiden Unternehmer auf einer Messe stattgefunden und die Streitigkeiten sind beigelegt.

Held der Steine: Das Ende des LEGO®-Ladens - es wird großartig!

Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz des dänischen Spielwarenherstellers in Deutschland nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens NPD-Group um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Legos Marktanteil in Deutschland betrug demzufolge im vergangenen Jahr 17,2 Prozent, das waren 0,4 Prozentpunkte mehr als 2017.

Künftig will Lego bei der Herstellung seiner Bauklötzchen auf pflanzliches Polyethylen zurückgreifen, das aus Zuckerrohr gewonnen wird. "Wir sind dabei, unsere Produkte nachhaltig zu machen", sagte Christiansen. Ziel sei, dies bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Auf der Suche nach Alternativen dürfe die Qualität nicht leiden. (mit Material der dpa)

[Update 10.02.2018 14:10 Uhr]
Im Text wurde die vorausgehende Markenanmeldung "Held der Steine" ergänzt und das Treffen zwischen Lego und T. Panke hatte bereits stattgefunden. (bme)

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