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Leistungsaufnahme explodiert: Intels 18-Kern-Prozessor schluckt mit 5,7 GHz bis zu 1000 Watt

Mit flüssigem Stickstoff hat ein Extrem-Übertakter den 18-Kern-Prozessor Core i9-7980XE auf 5,7 GHz beschleunigt. Die Leistungsaufnahme wuchs auf 1000 Watt.

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Der verdampfende Stickstoff erzeugt einen Vulkan kondensierender Luftfeuchtigkeit.

(Bild: c't-Artikel: Auf Rekordjagd )

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Der Extrem-Übertakter Roman Hartung alias der8auer hat den am heutigen Montag vorgestellten 18-Kern-Prozessor Intel Core i9-7980XE bereits einigen Übertaktungsexperimenten unterzogen. Mit flüssigem Stickstoff gekühlt erreichte der Prozessor demnach eine Taktfrequenz von 5,7 GHz bei Last auf allen Kernen; im Multithreading-Durchlauf des Cinebench führte das zu einem Ergebnis von mehr als 5600 Punkten. Hartung zufolge betrug die Leistungsaufnahme des Prozessors inklusive seiner Systemkomponenten 1000 Watt.

Mit normaler Luft- oder Wasserkühlung sind solche Taktfrequenzen nicht erreichbar, schließlich lässt sich so die Leistungsaufnahme und Abwärme des Prozessors nicht in Zaum halten. Die von Hartung und anderen Extrem-Übertaktern verwendete Kühlmethode mit flüssigem Stickstoff ist nur zum Aufstellen kurzfristiger Benchmark-Rekorde interessant, nicht aber für den normalen Betrieb – schließlich werden Spezial-Komponenten benötigt. Außerdem muss über einen Trichter in kurzen Zeitabständen immer wieder flüssiger Stickstoff nachgekippt werden.

Unter Volllast mit Prime95 verheizte der 18-Kerner Core i9-7980XE im c't-Labor 266 Watt, der 10-Kerner Core i9-7900X noch 210 Watt und AMDs 16-Kerner Ryzen Threadripper 1950X 283 Watt. Die Leistungsaufnahme schließt dabei immer das System mit ein; hierbei achten wir auf so weit wie möglich vergleichbare Bedingungen und verwenden sparsame Mainboards.

Der Intel Core i9-7980XE verarbeitet 36 Threads quasi-parallel und läuft mit einem Basistakt von 2,6 GHz – im Turbo-Modus mit bis zu 4,4 GHz (zwei Kerne). Im Cinebench R15 ist der neue Intel-Prozessor im Test nur 5 Prozent schneller als AMDs Ryzen Threadripper 1950X mit 16 Kernen (3004 Punkte); in Blender wiederum ist der Intel 10 Prozent flotter. Macht der Prozessor von seinen AVX512-Erweiterungen bei hochoptimiertem Code Gebrauch, ist er nicht einzuholen – im Linpack ist er etwa um den Faktor 2,7X schneller. Programme, die AVX512 ausnutzen, sind im Consumer-Markt auf Desktop- und Notebooks aber noch eine absolute Rarität. Der Prozessor kostet rund 2000 Euro.

Mehr Testergebnisse zum Core i9-7980XE und Core i9-7960X erscheinen in c't 21/2017; sie liegt ab Samstag am Kiosk und ist dann bei heise select auch direkt im Browser lesbar.

(mfi)