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Lenovo Yoga Book: 2-in1-Tablet mit Touchfeld statt Tastatur

Ein ungewöhnliches 2-in1-Tablet zeigt Lenovo auf der IFA: Am normalen Touchscreen hängt keine Tastatur, sondern ein ebenso großes Eingabefeld, das Tasten darstellen kann, aber auch auf Stifteingaben reagiert.

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Lenovo Yoga Book: Ein 2-in1-Tablet mit Touchfeld statt Tastatur

Tablet mit Eingabefeld zum wegklappen. Das Lenovo Yoga Book macht vieles anders und damit den Tablet-Markt deutlich interessanter.

(Bild: Lenovo)

Von
  • Alexander Spier

Mag das Lenovo Yoga Book aus der Ferne noch wie ein gewöhnliches Convertible-Notebook oder 2-in-1-Tablet aussehen, wird beim genauerem Hinsehen deutlich, dass etwas fehlt: Die Tastatur auf der unteren Hälfte. Stattdessen breitet sich zunächst nur eine schwarze Fläche vor dem Nutzer aus. Erst beim Einschalten des Geräts leuchten Tasten auf, doch die sind nur virtuell.

Denn anstelle einer klassischen Tastatur gibt es beim Yoga Book ein Eingabefeld über die gesamte Fläche der unteren Gerätehälfte. Das kann wahlweise ein Keyboard mit Touchpad darstellen, aber auch eine riesige Zeichenfläche sein. Umgeschaltet wird abhängig von der gewählten App, von der Stellung des 360-Grad-Scharniers oder per Knopfdruck auf dem Touchfeld. Wird es komplett herumgeklappt und der Bildschirm ausgeschaltet, landen Notizen mit dem Stift trotzdem automatisch auf dem Gerät. Technisch gesehen ist die Eingabeseite ein mattes LCD mit Wacom-Digitizer und Hintergrundbeleuchtung.

Mit dem mitgelieferten Stylus kann nicht nur auf dem Eingabefeld selbst geschrieben werden: Der induktive Stift arbeitet auch noch in zehn Zentimeter Abstand zur Oberfläche. Dank Wechselspitze und herkömmlicher Kugelschreibermine schreibt er wahlweise gleichzeitig auch auf Papier: So landen Notizen sowohl auf einem Papierblock, den man über das Touchfeld legt, als auch in der Notizen-App auf dem Gerät. Spezielles Papier wird dafür nicht gebraucht. Eine weiche Stiftspitze dient zum Zeichnen direkt auf dem Tablet-Touchscreen und dem Eingabefeld.

Lenovo Yoga Book (9 Bilder)

Lenovo Yoga Book

Der Dual-Stift erlaubt es mit der passenden Mine gleichzeitig auf Papier zu schreiben. Bis zu 10 Zentimeter Abstand sind möglich.
(Bild: asp)

Im Tastaturmodus gibt es während des Schreibens außer leichten Vibrationen zwar kein direktes Feedback, doch beim kurzen Ausprobieren ließ sich recht flüssig damit tippen. Laut Lenovo ist die Halo-Tastatur sogar fehlertolerant und lernfähig. Haut man regelmäßig an der gewünschten virtuellen Taste vorbei, registriert die Sensorfläche dennoch die Eingabe und erweitert den Aktionsradius um den Buchstaben. Nervig war dagegen das virtuelle Touchpad, das mangels Maustasten und Klick-Feedback nur schwer auf Anhieb zu bändigen war.

Wahlweise gibt es das Yoga Book mit Windows 10 oder Android 6.0. Während das Windows unverändert bleibt, passt Lenovo die Android-Version stark an. So gibt es eine Art Taskleiste und die Möglichkeit Apps im Fenster zu starten.

Der Verzicht auf Hardware-Tasten macht das Yoga Book leicht und extrem schlank: Gerade mal 690 Gramm wiegt das 9,6 Millimeter dünne Gerät. Die Display-Hälfte misst nur 4 Millimeter. Trotzdem passt immerhin ein 8500 mAh-Akku ins Tablet, der für 13 bis 15 Stunden Laufzeit sorgen soll. Je nachdem, ob Windows oder Android installiert ist.

Lenovo Yoga Book im Test bei Techstage

Die restliche Hardware im Gerät ist weniger exotisch: Der reguläre Bildschirm ist 10,1 Zoll groß, kommt mit Full-HD-Auflösung und IPS-Technik. Auch er versteht die Eingabe mit Fingern und Stift. Als Prozessor kommt ein Intel Atom x5-Z8550 mit maximal 2,4 GHz Turbo-Takt zum Einsatz. Die Ausstattung runden 4 GByte Arbeitsspeicher, 64 GByte interner Speicher und 11ac-WLAN ab. An der Seite gibt es je einen USB-C- und Micro-HDMI-Anschluss und einen Micro-SD-Slot.

Ab September soll das Yoga Book bereits erhältlich sein. Für die Android Version werden 500 Euro fällig, die Windows-Version kostet 600 Euro. Mit LTE-Modem wird es jeweils 100 Euro teurer. Im Lieferumfang sind der Stift und ein Zeichenblock mit dabei.

(asp)