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Leonberg geht den Linux-Weg

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Die Stadtverwaltung von Leonberg stellt das verwaltungsinterne Betriebssystem und die Office-Software um. Die Stadt im Kreis Böblingen will schrittweise von der Microsoft-Software auf Linux und OpenOffice wechseln. "In Baden-Württemberg ist dieser Wechsel noch ein ungewöhnlicher, aber innovativer Schritt", heißt es in einer Mitteilung -- dennoch ist Schwäbisch Hall Leonberg zuvorgekommen. Dort wurde Ende 2002 bekannt, dass die Stadtverwaltung auf Linux setzt.

Als Gründe nennt Leonbergs Oberbürgermeister Bernhard Schuler "Einsparungen im sechsstelligen Bereich, bessere Funktionalität, erhöhte Sicherheit und die Unabhängigkeit von Herstellern". Eine Machbarkeitsstudie des Münchner IT-Dienstleisters Soluzione habe ergeben, dass eine Umstellung für die Stadt Leonberg möglich und sinnvoll ist. "Die Chancen stehen für Leonberg gut, Schwäbisch Hall zu überholen", glaubt Frank Rodà, Geschäftsführer von Soluzione. Trotz der umfangreichen Schulungsmaßnahmen rechnet Schuler mit einem großen Einsparpotenzial: "Durch den Wegfall der hohen Lizenzgebühren und die Weiterverwendung der stadteigenen Computer rechnet sich diese Umstellung bereits im ersten Jahr."

Bisher wird im Leonberger Rathaus mit Windows NT gearbeitet. In diesem Jahr werde aber die Unterstützung für dieses Betriebssystem eingestellt. Ein Wechsel auf Windows XP würde neben Lizenzgebühren auch Kosten bei der Hardware verursachen. Viele der 430 Rechner der Stadt müssten durch leistungsfähigere Geräte ersetzt werden. Schuler setzt auf einen "sanften Wechsel". Um Brüche in der Produktivität zu vermeiden und die Akzeptanz der Benutzer zu erhalten, strebt er einen langfristigen Umstieg auf Open Source an. In einzelnen Modulen soll die neue Software nach und nach in der Gesamtverwaltung eingeführt werden. Die Umstellung soll in der Stadtbücherei beginnen. Anfang März beginnt dort die Testphase, die endgültige Umstellung folgt im April. (anw)

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