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Lernen verlagert sich in virtuelle Welten

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Computersimulationen werden in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle in Schule und beruflicher Weiterbildung einnehmen, prognostiziert der Karlsruher Informatikprofessor Peter Henning. "In den virtuellen Welten lässt sich sehr effizient Wissen vermitteln", sagte der Mitorganisator der Bildungsmesse Learntec, die an diesem Dienstag in Karlsruhe beginnt, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Als Beispiel nannte der Professor ein Trainingsprogramm der baden-württembergischen Polizei für Hubschraubereinsätze. "Bei 30.000 Polizisten und vier Hubschraubern ist es kaum anders denkbar, als die Beamten in Computersimulationen auf den Ernstfall vorzubereiten."

Studien zeigten, dass Computernutzer, die Rollenspiele wie "World of Warcraft" spielten, über Kompetenzen bei Teamführung und strategischem Denken verfügten. Henning warnte deshalb davor, Computerspiele vorschnell zu verdammen. "Natürlich müssen Kinder und Jugendliche ein geregeltes Maß finden. Grundsätzlich können sie sich aber durch etliche Spiele nützliche Fähigkeiten aneignen." Der in Deutschland verbreitete Glaube, dass Lernen eine ernste Angelegenheit sein müsse, sei überholt. "Vieles im Leben wird spielerisch erlernt. Das kann man schon bei Löwenbabys beobachten, die beim Herumtollen üben, wie sie später ihre Beute schlagen."

Ein Vorteil der Computersimulation ist für den Professor, dass mehrere Menschen an verschiedenen Orten geschult werden können. Diese technische Möglichkeit könne auch in der Freizeit eingesetzt werden. "Ich kenne Altenheimbewohner, die über den Computer Bowlingturniere mit Bewohnern anderer Heime austragen."

Die Learntec, die sich als internationale Leitmesse für professionelle Bildung und Lernen versteht, findet vom 1. bis 3. Februar in Karlsruhe statt. Die Keynote zur Eröffnung hält der Google-Manager Jens Quadbeck unter dem Titel "Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt (sucht) bleibt dumm“. (cp)