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Letzte Meile: Feilschen um die TAL-Miete

Die Konditionen für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) legt die Bundesnetzagentur in regelmäßigen Abständen neu fest. Die Telekom will mehr Miete nehmen, ihre Wettbewerber kündigen einen Alternativvorschlag an.

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Letzte Meile: Feilschen um die TAL-Miete

Das Ringen um die Miete für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) geht in eine neue Runde. Ende Juni läuft der derzeit gültige Tarif aus, den die Bundesnetzagentur 2013 festgelegt hatte. Die Regulierungsbehörde legt die Konditionen fest, zu denen die Wettbewerber der Deutschen Telekom Zugang zur sogenannten "letzten Meile" – der Kupferdoppelader zum Kunden – erhalten. Während die Telekom eine Erhöhung der TAL-Miete beantragt hat, plädieren die Wettbewerber dafür, die von der EU empfohlene Berechnungsmethode zu nehmen, die im kommenden Jahr ohnehin verbindlich wird.

Derzeit zahlen Telekom-Wettbewerber 10,19 Euro pro Monat für die Übernahme der TAL am Hauptverteiler (Hvt). Wenn sie das Signal schon an den Kabelverzweigern (Kvz) – den grauen Kästen an der Straße – übernehmen, kostet das 6,79 Euro monatlich. Die Telekom hat nun beantragt, die Miete ab Juli auf 11,20 bzw. 7,51 Euro zu erhöhen. "Der Antragspreis spiegelt die allgemeine Preisentwicklung wider und orientiert sich an der Empfehlung der EU-Kommission, die sich für stabile TAL-Entgelte als wichtige Voraussetzung für den Breitbandausbau ausspricht", erklärt dazu ein Konzernsprecher.

Die Bundesnetzagentur prüft diesen Antrag und wird die Miete dann unter Berücksichtigung eigener Berechnungen neu festlegen. 2013 hatte die Regulierungsbehörde die TAL-Miete zwar erhöht, aber nicht in dem von der Telekom beantragten Umfang. Bei der Berechnung einer angemessenen Miete berücksichtigt die Bundesnetzagentur Faktoren wie Investitionen oder die Wiederbeschaffungskosten für die existierende Infrastruktur.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation, in dem viele Telekom-Wettbewerber organisiert sind, hat einen eigenen Vorschlag angekündigt, der auf einer von der EU empfohlenen Berechnungsmethode basiert. Dabei werde nicht die Wiederbeschaffung des gesamten Kupfernetzes zu heutigen Preisen berücksichtigt, sondern wieder verwendbare und abgeschriebene Infrastrukturkomponenten wie Kabelkanäle oder Masten abgezogen.

"Durch die neue Berechnungsmethodik würde sich insbesondere das Entgelt für die Kvz-TAL verringern", erklärt Breko-Chef Stephan Albers. "Gleichwohl würde sich auf diesem Wege auch der Mietpreis der nach wie vor meist genutzten Hvt-TAL vergünstigen, was höhere Investitionen der alternativen Netzbetreiber in ihre eigene Infrastruktur erlauben würde.“

Die Telekom hingegen hält die beantragte Mietsteigerung für notwendig, um "stabile Preise zu sichern" und "Investitionen in die Netzinfrastruktur und in mehr Glasfaser zu fördern". In dem Antrag habe die Telekom die "steigenden Kosten für den Infrastrukturausbau berücksichtigt", darunter insbesondere die "steigenden Tiefbaupreise". (vbr)

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