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Letzte Radioantenne hat Riesenteleskop ALMA erreicht

Das europäische Riesenteleskop ALMA im chilenischen Hochland steht nun vor der endgültigen Fertigstellung. Die vor Monaten übergebene letzte Radioantenne hat nun die Hochebene erreicht, auf der das Observatorium aufgebaut ist.

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Die letzte Antenne bei ihrer Ankunft

(Bild: A. Marinkovic/X-Cam/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO))

Mehr als acht Monate nach ihrer Übergabe hat die letzte Radioantenne für das das größte bodengebundene Astronomieprojekt der Welt nun auch das Hochplateau Chajnantor in Chile erreicht. Vergangenen Freitag wurde die letzte der insgesamt 66 Antennen des ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) zu ihrem Bestimmungsort gebracht, teilte die Europäischen Südsternwarte (ESO) nun mit. Damit steht die Bauphase des gigantischen Teleskops nun vor ihrem endgültigen Abschluss.

Die Antenne mit einem Durchmesser von 12 Metern stammt, wie 24 Vorgänger, aus dem europäischen Teil der Produktion. 25 weitere wurden in Nordamerika gefertigt und 16 in Ostasien. Sie komplettieren das Observatorium, das aber bereits in Betrieb ist. Es erforscht unser Universum im Millimeter- und Submillimeterwellenlängenbereich zwischen Infrarot und Radiowellen (0,3 bis 9,6 Millimeter). Licht in diesem Spektrum stammt etwa von einigen der kältesten und am weitesten entfernten Galaxien. In diesem elektromagnetischen Spektrums ist das Universum noch relativ wenig erforscht, da dafür extrem trockene atmosphärische Bedingungen nötig sind. Deshalb wurde ALMA auf 5000 Metern Höhe in der Atacama-Wüste im chilenischen Hochland errichtet, einem der trockensten Gebiete der Erde.

Auf dieser Hochebene können die einzelnen Radioantennen außerdem noch einzeln bewegt werden, mit maximalen Abständen zwischen 150 Metern und 16 Kilometern. Das ergebe ein gigantisches Zoomobjektiv, erläuterte die Europäische Südsternwarte bei der Einweihung. Die Auflösung sei zehnmal so stark wie die des Weltraumteleskops Hubble. (mho)

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