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Technology Review

Leuchtende Katzen

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Äußerlich unterscheiden sich die geklonten Angorakatzen nicht von ihren Artgenossen - bis das Licht ausgeht.

Südkoreanische Wissenschaftler haben Angorakatzen geklont, die im Dunkeln rot leuchten, wenn sie mit ultraviolettem Licht bestrahlt werden. Das Team von der Gyeongsang National University hatte zunächst rot fluoreszierende Proteine (RFP) in das Erbgut von Katzen-Hautzellen eingebracht und dann deren Kerne gegen die Zellkerne von Eizellen ausgetauscht. Die so erhaltenen Embryonen setzten sie in die Gebärmutter der Spenderkatze ein. Insgesamt schufen sie auf diese Weise vier Klon-Katzen, von denen eine bei der Geburt per Kaiserschnitt starb.

Das Klonen von Katzen oder anderen Tiere ist an sich nicht neu. Nach dem Schaf Dolly wurde im Jahr 2002 an der Texas A&M University die erste Katze geklont und auf den Namen Copycat getauft. Seither wurden auch Kühe, Pferde, Schweine und Ziegen erfolgreich geklont.

Die rechte Katze hat ein rot fluoreszierendes Protein (RFP) im Erbgut. [Bilder: Gyeongsang National University]

Auch Reporterproteine wie RFP oder sein grün fluoreszierendes Pendant GFP werden häufig eingesetzt, um den Erfolg eines Gentransfers zu kontrollieren: Die Farbstoffgene können leicht mit anderen Genen verknüpft werden und werden dann gemeinsam zum Beispiel mit der Hilfe von Viren in die Zielzellen eingeschleust. Leuchten die Zielzellen unter UV-Bestrahlung, dann wurde auch das Gen des zu untersuchenden Proteins eingebaut und abgelesen.

Eigenen Angaben zufolge ist es den Forschern aber erstmals gelungen, genmanipulierte Tiere zu klonen, deren Erbgut also nicht 100-prozentig mit dem des Zellkernspenders identisch ist. Die neue Technik könne bei der Erforschung und Behandlung von menschlichen Gendefekten helfen. Einzelheiten darüber verrieten die Wissenschaftler nicht. (vsz/Technology Review) / (Veronika Szentpetery) / (pmz)

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