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LiMux: Ex-OB Christian Ude glaubt an Linux-Revival in Münchens Verwaltung

Das "politische Kalkül des Kurswechsels" vom Open-Source-Desktop LiMux in München zurück zu Microsoft werde "nicht aufgehen", meint der SPD-Politiker.

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"Limux", das Stoff-Maskottchen des Betriebssystems Linux vor dem Rathaus der bayerischen Landeshauptstadt München

(Bild: dpa, Peter Kneffel)

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Die von der aktuellen rot-schwarzen Koalition in München vorangetriebene Rolle rückwärts vom einstigen Open-Source-Prestigeprojekt LiMux zu Windows in der Stadtverwaltung dürfte mittelfristig nach hinten losgehen. Dies glaubt zumindest der frühere SPD-Oberbürgermeister Christian Ude, der die umfassende Client-Migration hin zu einem Linux-basierten Desktop maßgeblich in rot-grünen Zeiten unterstützt hatte.

Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

(Bild:  Henning Schlottmann ( CC BY-SA 4.0))

"Ich denke, dass das politische Kalkül des Kurswechsels nicht aufgehen wird und irgendwann die Frage auftaucht: Warum hat man die schon eroberte Unabhängigkeit aufs Spiel gesetzt?", erklärte Ude gegenüber dem Linux-Magazin. Rot-Schwarz werde sich auch fragen lassen müssen, warum "die Verbesserungsmöglichkeiten bei der Datensicherheit" so geringgeschätzt worden seien. Nach wie vor offen sei zudem, wie viele Kosten "schlussendlich durch die Rückmigration entstanden sind". Bekannt sei derzeit nur, "dass die Realität den Kostenvoranschlag praktisch immer überholt, also wahrscheinlich auch hier".

Die Kosten für das Ende 2017 vom Stadtrat beschlossene Vorhaben der Rückmigration sollten anfangs geheim bleiben. Die Grünen konnten zumindest noch durchsetzen, dass das zuständige Rathausdirektorium eine von den Abgeordneten verlangte grobe Schätzung veröffentlichte. Die "zahlungswirksamen" Gesamtausgaben für sämtliche Umsetzungsprojekte sollen sich demnach für die nächsten sechs Jahre zunächst auf 86,1 Millionen Euro belaufen. Davon entfielen 49,3 Millionen allein auf den vorgesehenen einheitlichen IT-Arbeitsplatz mit Windows.

Der Abschied auch vom bislang eingesetzten LibreOffice ist noch offen: Ein unabhängiger Sachverständiger sollte dafür zunächst die von diesem Schritt abhängigen hohen Folgekosten für die erforderliche Umstellung tausender Makros, Formulare und Vorlagen analysieren. Beobachter rechneten insgesamt mit einem Gesamtbudget im dreistelligen Millionenbereich für eine Komplettumstellung.