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Licht und Schatten bei österreichischen Mobilfunkanbietern

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Während Mobilkom Austria, One und tele.ring wieder gute Jahreszahlen präsentiert haben, ist T-Mobile Austria 2004 in die roten Zahlen gerutscht. Der reine UMTS-Netzbetreiber 3 hat keine Finanzzahlen für Österreich veröffentlicht. Das Ergebnis ist jedenfalls deutlich negativ, für das Jahresende 2005 wird ein positives EBITDA (Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), auf Monatsbasis angestrebt.

Das stärkste Kunden-, Umsatz und Gewinnwachstum verzeichnete im vergangenen Jahr tele.ring, die erstmals mehr als eine Million Kunden betreut. Die WWI-Tochter hat am heutigen Donnerstag in Wien ihre Ergebnisse präsentiert. Die Zahl der Mobilfunkkunden konnte um rund 43 Prozent auf 904.300 erhöht werden, 79 Prozent davon sind Postpaid-Kunden. Mit 270.000 Netto-Neukunden war tele.ring nach 2003 auch 2004 der mit Abstand am stärksten wachsende Anbieter am umkämpften, aber kaum wachsenden österreichischen Mobilfunkmarkt. Beachtlich ist, dass dabei nicht nur der Umsatz (plus 47 Prozent auf 479,4 Millionen Euro), sondern auch die Profitabilität stark gesteigert wurden: Eine Verbesserung des EBITDA um rund 330 Prozent auf 121,2 Millionen Euro bedeutet eine EBITDA-Marge (Verhältnis zum Umsatz) von 25,3 Prozent. Nach rund 3 Millionen Euro Jahr 2003 erreichte tele.ring 2004 mit 87 Millionen Euro erstmals einen deutlichen Jahresreingewinn. Weiterhin rückläufig ist die Zahl der tele.ring-Festnetzkunden (minus 19 Prozent auf 127.500).

Im Februar 2005 hat tele.ring alle Fremdschulden vorzeitig zurückgezahlt, wobei etwas mehr als die Hälfte von Western Wireless International beigesteuert wurde. Dieses Eigentümerdarlehen möchte tele.ring noch vor Ende 2006 abzahlen. Gleichzeitig wird deutlich in den Netzaufbau investiert. 45 Millionen Euro sind im laufenden Jahr für Ausbau und Verbesserung der GSM-Abdeckung vorgesehen, gleichzeitig wird die UMTS-Netzabdeckung bis Jahresende von aktuell 38 auf über 50 Prozent erhöht. Mit der für 2006 geplanten Einführung von HSDPA plant tele.ring, dem Festnetz auch Umsätze im Datenbereich abzujagen. Für dieses Jahr erwartet tele.ring-Chef Michael Krammer eine Fortführung des Preiskrieges bei mobiler Sprachtelefonie. Neuen virtuellen Mobilfunkanbietern (MVNO) räumt er aber kaum Chancen auf nachhaltigen Erfolg ein, da der Aufwand, eine neue Marke zu etablieren zu hoch sei:

T-Mobile Austria, wo Krammer bis 2002 tätig war, konnte 2004 weniger gute Resultate verbuchen. Die Kundenzahl konnte dank im Dezember verschenkter Prepaid-SIM-Karten um 11.000 auf 2,04 Millionen gesteigert werden, wobei der Postpaid-Anteil leicht auf 48 Prozent verbessert wurde. Der Umsatz fiel hingegen von 933 Millionen auf 883 Millionen Euro. T-Mobile-Chef Georg Pölzl führt dies auf erfolgte Preissenkungen zurück. Das EBITDA schrumpfte um 105 Millionen oder ca. 31 Prozent auf 236 Millionen Euro (EBITDA-Marge nun 26,7 Prozent), das Nettoergebnis rutschte von plus 73 Millionen 2003 auf minus 21 Millionen 2004. Dies ist teilweise durch die Differenz zwischen Buchwert und Verkaufpreis von Niedermeyer begründet. 2005 steht bei den Magentafarbenen daher im Zeichen der Strukturkostensenkung. Im Februar trennte sich T-Mobile Österreich von rund 130 Mitarbeitern.

Auf hohem Niveau leicht gewachsen ist Mobilkom Austria, die EBITDA-Marge reduzierte sich leicht von 36 auf 35,3 Prozent. Etwas stärker konnte die E.On-Tochter One Kundenzahl, Umsatz und EBITDA erhöhen. Die EBITDA-Marge schrumpfte aber ebenfalls leicht, von 29,5 auf 28,7 Euro. Der Netzbetreiber reagierte mit einer Auslagerung des rückläufigen Festnetzgeschäfts zur Tochterfirma eWave. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)