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Liedtexte stibitzt: Genius klagt gegen Google und LyricFind

Genius hat eine Klage gegen Google und LyricFind eingereicht und fordert 50 Millionen Dollar. Sie sollen Liedtexte stibitzt und weiter veröffentlicht haben.

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(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

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Nach den Vorwürfen folgt nun die Klage: Genius fordert von Google und LyricFind 50 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Der Suchmaschinenriese soll Liedtexte von der Plattform unrechtsmäßig übernommen haben – und sei dabei "auf frischer Tat" ertappt worden. Genius hatte die Texte mit einer Art Wasserzeichen versehen.

In der am Dienstag beim Obersten Gerichtshof in New York eingereichten Klage, heißt es, die Angeklagten hätten die Inhalte auf der Webseite von Genius genutzt und damit Geld verdient. Auch auf mehrfache Hinweise der Kläger, dass dies zu unterlassen sei, habe Google die Verantwortung beziehungsweise Schuld auf andere geschoben, an den Praktiken jedoch nichts geändert.

Im Sommer erklärte Google, die Texte seien von Drittanbietern lizenziert, dazu zählt LyricFind, und nicht selbst erstellt worden. Man wolle der Sache jedoch nachgehen, schrieb Satyajeet Salgar, Produktmanager bei Google, in einem Blogbeitrag. LyricFind sagte, keine Inhalte von Genius zu übernehmen. Zudem wollte das Unternehmen seine Datenbank durchforsten und gegebenenfalls betroffene Texte löschen. Trotzdem tauchten offenbar weiterhin Genius-Texte bei der Google-Suche auf. Der Anbieter markierte die Liedtexte auf seiner Seite. Typografisch korrekte Apostroph-Zeichen wechselten sich mit Ersatzzeichen ab. Damit konnten sie identifiziert werden.

Google zeigt bei der Suche nach Liedern zusätzliche Informationen an. Diese stammen aus dem sogenannten Knowledge Graph, der die Infos von verschiedenen Quellen zusammensammelt. Neben der Anzeige von YouTube-Videos erscheint ein Kasten mit dem Text (und seit der ersten Beschwerde auch der Quelle), zudem sind die Verfügbarkeiten eines Songs, Veröffentlichungsdaten, andere Versionen und weitere Suchvorschläge genannt.

Die Quelle, also in der Regel LyricFind, wird verlinkt. Sucht man einen Liedtext und dieser erscheint bereits vollständig in der Google-Suche, bedarf es allerdings keines weiteren Klicks. Genius fordert Schadensersatz, da der Traffic des Anbieters drastisch abgenommen habe, er jedoch samt seiner Community sich die Arbeit mache, die Datenbank zu füllen und zu betreuen. Dabei geht es nicht um das Urheberrecht, das bei den Künstlern liegt. Genius hat ein Nutzungsrecht von den Plattenverlagen, gleiches gilt für LyricFind.

Anders als bei den Informationsboxen von Google stellt es sich bei der Position Null dar; diese streben Webseitenbetreiber oftmals an, um mehr Klicks zu generieren. Google zeigt dabei passende Suchergebnisse als Snippets, also Auszüge, die von Webseiten stammen, oberhalb der organischen Suche an. Zu der kurzen Erklärung gibt es den Link zur Seite – mit weiterführenden Informationen.

(emw)