Lieferprobleme bei Intel: Engpässe betreffen inzwischen auch Xeon-Prozessoren

Obwohl Intel die Produktion seiner Server-Prozessoren priorisiert, reicht die Fertigungskapazität voraussichtlich bis Jahresende nicht aus.

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(Bild: c't)

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Hewlett Packard Enterprise (HPE) teilt seinen Server-Kunden mit, dass Intels Lieferschwierigkeiten bis mindestens Ende 2020 anhalten. Die aktuellen Xeon-Prozessoren mit Codenamen Cascade Lake-SP liefert HPE demnach nur mit Verzögerungen aus, weshalb der Anbieter auf Lagerbestände des Vorgängers Skylake-SP hinweist. HPE bestätigte die Engpässe gegenüber der Webseite The Register.

Cascade Lake-SP stellt eine verbesserte Version von Skylake-SP dar: Dank ausgereifter Fertigung mit Strukturbreiten von 14 Nanometern erreichen die aktuellen Xeon-Prozessoren höhere Taktfrequenzen. Zudem hat Intel zusätzliche Schutzmechanismen gegen Sicherheitslücken wie Spectre und Meltdown eingebaut. Die neuen VNNI-Instruktionen helfen bei bestimmten KI-Berechnungen.

Seit den anfänglichen Lieferproblemen im Jahr 2018 hat Intel die Produktion hochpreisiger Xeon- und Core-Prozessoren priorisiert, weil bei diesen CPUs die Marge am höchsten ausfällt. Bisherige Berichte zu Engpässen bezogen sich deswegen primär auf günstigere Desktop- und Notebook-Modelle von Intel. Offensichtlich reicht aber auch eine Priorisierung bei der Produktion nicht aus, um Probleme zu vermeiden.

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In einem offenen Brief teilte Intel-Managerin Michelle Johnston Holthaus im November 2019 mit, dass neue Aufträge bei externen Chip-Auftragsfertigern die Liefersituation verbessern sollen. Gerüchten zufolge soll zum Beispiel Rocket Lake als Nachfolger von Comet Lake (Core i-10000) bei Samsung vom Band laufen. Zudem ist die eigene 10-nm-Fertigung laut Intel weit genug, um bis zum Jahresende 10-nm-Xeons aus der Ice-Lake-Familie in Serie produzieren zu können. Das würde die Liefersituation rund um die 14-nm-Prozessoren zumindest entspannen. (mma)