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Light Peak heißt jetzt Thunderbolt: Mit 10 GBit/s durch den Draht

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Thunderbolt überträgt DP und PCIe über eine gemeinsame Leitung

(Bild: Intel)

Gleichzeitig mit Apple stellt Intel die seit Jahren unter dem Namen Light Peak entwickelte serielle Hochgeschwindigkeitsschnittstelle unter dem Namen Thunderbolt vor. Sie erreicht in der ersten Generation Datentransferraten von 10 GBit/s – das entspricht zwei PCI-Express-Lanes der zweiten Generation (5 Gigatransfers pro Sekunde, PCIe 2.0) beziehungsweise dem Zehnfachen von Gigabit Ethernet.

Der Clou an Thunderbolt ist nicht etwa die besonders hohe Datentransferrate, schließlich sind 10-Gigabit-Ethernet-(10GbE-)Hostadapter seit Jahren im Einsatz. Thunderbolt liefert die hohe Datentransferrate aber zu einem viel niedrigeren Preis und vermutlich auch mit geringem Energiebedarf. Außerdem transportiert Thunderbolt keine Netzwerkpakete, sondern zunächst PCI Express und DisplayPort. Man kann sich Thunderbolt also als eine Art Meta-Medium für diese beiden standardisierten Schnittstellen vorstellen.

Der Thunderbolt-Hostadapter hängt an Chipsatz und Grafikchip.

(Bild: Intel)

Intel liefert einen Thunderbolt-Adapterchip, den etwa Apple im neuen MacBook Pro mit Core-i5/i7-2000-Prozessoren der Sandy-Bridge-Generation einsetzt. Als Steckverbinder kommen modifizierte DisplayPorts beziehungsweise Mini-DP-Buchsen zum Einsatz, die mit bisherigen (Mini-)DP-Steckern kompatibel bleiben sollen.

Mit der Thunderbolt-Ankündigung bestätigt Intel die "Copper Peak"-Spekulationen: Das ursprünglich für optische Fasern entwickelte Verfahren wird nun über Kupferleitungen genutzt. Intel betont aber, dass Thunderbolt auch für optische Fasern spezifiziert ist.

Update: Intels Thunderbolt-Adapter bindet zwei Vollduplex-Kanäle mit je 10 GBit/s pro Kanal an einen PCIe-2.0-x4-Port sowie einen oder zwei DisplayPorts eines vorhandenen Grafikprozessors an. Der DisplayPort-kompatible Steckverbinder liefert auch eine Stromversorgung ungenannter Spannung mit bis zu 10 Watt Belastbarkeit. Die Buchse soll für optische und elektrische Kabel identisch sein; vermutlich bedeutet das, dass optische Kabel zum Einsatz kommen, bei denen im Stecker ein Wandler sitzt.

Thunderbolt-Logo

(Bild: Intel)

Elektrische Thunderbolt-Kabel überbrücken bis zu 3 Meter, optische "mehrere zehn Meter". Thunderbolt-Adapter lassen sich hintereinanderschalten, bis zu sieben Geräte inklusive Hostadapter sind möglich. So lassen sich beispielsweise mehrere DP-Displays über ein Kabel mit einem Notebook verbinden. Erkennt der Thunderbolt-Hostadapter am anderen Ende der Leitung ein normales DisplayPort-Display, schaltet er in einen Kompatibilitätsmodus um.

Über ein Thunderbolt-Kabel lassen sich auch Peripheriegeräte direkt anbinden, wenn sie wiederum einen Thunderbolt-Chip enthalten und entweder direkt per PCI Express mit dem Host kommunizieren oder über einen zwischengeschalteten PCIe-Adapterchip, etwa für USB (3.0), FireWire oder SATA. Denkbar sind auch Dockingstations mit solchen Anschlüssen. Der Host-PC muss dann Treiber für die entfernten PCIe-Adapter laden.

Laut Intel wollen unter anderem die Firmen Aja, Apogee, Avid, Blackmagic, LaCie, Promise und Western Digital Thunderbolt-Geräte herstellen. Interessanterweise wurde Sony nicht erwähnt – als Intel Light Peak vor Jahren erstmals ankündigte, war Sony noch genannt worden. Damals hatte Intel auch Kooperationen mit den Partnern Avago Technologies und IPtronics erwähnt.

Promise hat zwei externe RAID-Boxen mit vier oder sechs Festplatten und Thunderbolt-Interface unter dem Namen Pegasus R4 und R6 angekündigt, die Datentransferraten über 800 MByte/s liefern sollen. (ciw)

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