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Like-Button: Facebook erklärt Details zur Speicherpraxis

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Am gestrigen Mittwoch stellte sich Richard Allan, der Facebook-Verantwortlicher für Europa, den Fragen von deutschen Datenschützern. "Wir erstellen keine Profile von Menschen, die keine Mitglieder sind", versicherte er im Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtags. Gegenüber heise online erklärte die deutsche Facebook-Sprecherin Tina Kulow, dass es nicht Bestandteil des Geschäftsmodells des US-amerikanischen Unternehmens sei, Nutzer außerhalb der eigenen Plattform zu tracken.

In einer Stellungnahme, die heise online vorliegt, erklärt Facebook ausführlicher als in der gestrigen Ausschuss-Sitzung, welche Daten es von Surfern bei auf Webseiten eingebundenen Like-Buttons speichert. Facebook unterscheidet demzufolge, ob es sich um Nicht-Mitglieder, nicht bei Facebook eingeloggte Mitglieder oder um Mitglieder handelt, die gerade in einem anderen Browser-Tab beim sozialen Netzwerk angemeldet sind.

Nun wird es allerdings erst recht kompliziert:

  • Bei Nicht-Mitgliedern, die noch nie facebook.com aufgerufen haben, erhält Facebook lediglich die IP-Adresse. Nach eigenen Angaben folgt eine Prüfung, ob diese IP-Adresse aus Deutschland kommt. Sollte das der Fall sein, wird sie anonymisiert und dann erst geloggt, Adressen aus allen anderen Ländern landen unanonymisiert in den Log-Dateien.
  • Hat ein Nicht-Mitglied bereits facebook.com besucht, dann hat es dabei ein "Data-Cookie" platziert bekommen, dessen Inhalt beim Laden von Like-Buttons ebenfalls übertragen wird. Facebook versichert, dieses Cookie habe keine Tracking-Funktion, sondern beuge "schadhaftem Verhalten" von Nicht-Mitgliedern vor. "Vor allem hilft uns das Cookie dabei, verdächtige Aktivitäten wie fehlgeschlagene Login-Versuche und die mehrfache Erstellung von Spam-Accounts zu erkennen", heißt es in der Stellungnahme.
  • Wenn ein Mitglied, ob angemeldet oder nicht, den Like-Button lädt, erhält Facebook ungleich mehr Informationen: "Wenn solch ein Seitenbesuch stattfindet, zeichnen wir einige der Informationen für eine begrenzte Zeit auf, um damit unseren Service zu verbessern. Dazu zählen: Datum, Zeit, URL und Browsertyp." Den Angaben von Facebook zufolge werden gemäß der Richtlinien alle diese Informationen innherhalb von 90 Tagen wieder gelöscht.

Des Weiteren stellte sich Facebook gegen die Darstellung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD), nach der Betreiber von Facebook-Pages bestimmen können, welche Daten von Besuchern gesammelt werden. Facebook zufolge haben die Betreiber keinen Zugang zu Daten, die einzelnen Personen zugeordnet werden können. Sie könnten einzelne Nutzeraktivitäten daher nicht nachverfolgen.

Siehe zu den Informationen, die durch den Like-Button an Facebook übertragen werden, auch:

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