Linkverkürzer tr.im gibt auf

Das Softwareunternehmen Nambu hat keinen Käufer für seinen Linkverkürzungsdienst gefunden. Der Service wurde nun eingestellt.

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Das US-amerikanische Unternehmen Nambu Networks sieht keinen Sinn mehr darin, seinen Link-Verkürzungsdienst tr.im weiter aufrechtzuerhalten. Seit Kurzem werden dort keine Links mehr zurechtgestutzt, die Datenbank für die bisher eingefütterten Verlinkungen und Weiterleitungen wird noch bis Ende dieses Jahres vorgehalten, heißt es auf der Website.

Die Nutzer solcher Dienste können dort beispielsweise Links wie http://www.heise.de/newsticker/meldung/143273 eingeben und bekommen eine wesentlich kürzere Kombination wie http://bit.ly/w8t8e ausgegeben, die zum gleichen Ziel führt. Verkürzte Links werden unter anderem öfters in Postings zum Beispiel im Forum von heise online schon seit einiger Zeit verwendet, um Platz zu sparen, Umbrüche zu vermeiden oder mitunter auch, um das Ziel zu verschleiern.

Erhöhter Bedarf für Abkürzungen entsteht durch die Verbreitung von Mikroblogging-Diensten wie dem auf diesem Feld momentan bekanntesten Twitter, da für eine Mitteilung nur 140 Zeichen zur Verfügung stehen. Twitter habe sich aber im April dieses Jahres für den konkurrierenden Dienst bit.ly als Voreinstellung für Linkverkürzungen entschieden, heißt es in einem Weblog-Eintrag bei tr.im.

Bei Nambu wurde anscheinend schon seit einiger Zeit über das Schicksal des Geschäftsfeldes tr.im nachgedacht. Eine Suche nach einem Kaufinteressenten, insbesondere in der Welt derjenigen, die Anwendungen rund um Twitter entwickeln, habe keinen Erfolg gebracht, heißt es weiter in dem Weblog-Eintrag. Für den Dienst als solches seien die Nutzer nicht zu zahlen bereit. Und obwohl sie täglich zehntausende URLs abgegeben haben, die Auskunft über die jeweils aktuellen Trends aufzeigen, seien die Daten wertlos. Diese würden nämlich durch unzählige Bots abgefischt, für Angebote wie tweetmeme.com aufbereitet und stünden dadurch ohnehin jedermann bereit.

Vor diesem Hintergrund gebe es weiter keine Rechtfertigung dafür, die teure Infrastruktur für den Linkverkürzungsdienst aufrechtzuerhalten. In Zukunft will sich Nambu auf seine Social-Messaging-Anwendungen für Mac OS X und das iPhone konzentrieren. bit.ly konnte im Gegensatz zu Nambu im März von Investoren 2 Millionen US-Dollar einsammeln, wie paidcontent.org berichtet. Der Dienst kürzt täglich bis zu 10 Millionen Links. Er plant, anhand der eingegebenen Links und den Klicks darauf eine Art Echtzeit-Trendanzeige anzubieten. Vor Kurzem ging das Gerücht um, Twitter wolle bit.ly übernehmen. (anw)