Linotype mischt bei den Webfonts mit

Der Fonts-Riese stellt mehrere tausend seiner Schriftarten für die Einbindung im Browser zur Verfügung – für kleine Websites kostenlos.

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Von
  • Herbert Braun

Helvetica, Univers und Frutiger könnten demnächst häufiger im Web anzutreffen sein: Der Font-Anbieter Linotype, der seit vier Jahren zu dem ebenso traditionsreichen Druck- und DTP-Spezialisten Monotype gehört, bietet Webdesignern die Einbettung vieler seiner Schriftarten an. Zu den 7700 Fonts, die sich unter webfonts.fonts.com auswählen lassen, zählen auch einige der bekanntesten Schriftfamilien überhaupt.

Inzwischen können alle aktuellen Browser mit per CSS eingebundenen externen Schriften umgehen: Internet Explorer setzt seit Version 4 auf das EOT-Format, Firefox, Chrome, Safari und Opera bekommen von Linotype TTFs vorgesetzt, für Mobilbrowser wie Mobile Safari setzt der Anbieter auf die Einbindung per SVG. Das WOFF-Format soll dazukommen, wenn die Browser es besser unterstützen.

Linotype bietet Firmen auch an, ihre Schriftarten zu hosten, sodass sie sich über das Content-Delivery-Netzwerk aufrufen und einbinden lassen. Mit einem eleganten Trick hat der Font-Experte das Problem großer Downloads gelöst, das vor allem bei Schriftarten mit großem Zeichenvorrat (beispielsweise bei ostasiatischen Sprachen) auftritt: Bei großen Font-Dateien ermittelt ein Skript, welche Zeichen tatsächlich gebraucht werden, übersendet eine Liste davon an den Linotype-Server, der ein maßgeschneidertes Schriftpaket zurückliefert (Subsetting).

Das kostenlose Einstiegsangebot ist auf 25.000 Pageviews pro Monat und 2000 der Fonts beschränkt; Linotype behält sich vor, ab nächstes Jahr ein kleines Logo auf einbindenden Seiten anzuzeigen. Der Standardtarif kostet zwischen 10 und 80 US-Dollar monatlich bei einer Zugriffsbeschränkung zwischen 250.000 und 2 Millionen Aufrufe; das Professional-Angebot reicht für bis zu 12,5 Millionen Pageviews bei einem Höchstpreis von 500 US-Dollar. Kunden des Professional-Tarifs dürfen außerdem die Schriftarten herunterladen und für Anwendungsskizzen nutzen. Die Nutzung ist nicht auf Domains oder Subdomains begrenzt: Webdesign-Agenturen können also beispielsweise für ihre Kunden die Fonts mieten. (heb)