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Linus Torvalds: Will Intel "Scheiße für immer und ewig verkaufen"?

Linux-Guru Linus Torvalds hat genug von Intels PR-Texten und fordert die Firma auf, klar Stellung zur Spectre und Meltdown zu beziehen. Als Alternative zu Intel sieht Torvalds die künftigen ARM64-Prozessoren.

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Linus Torvalds kritisiert Intel scharf und zeigt ARM64 als Alternative

Torvalds spricht häufiger Klartext. Seine Stimme hat nicht nur in der Open-Source-Community großes Gewicht. Das Bild zeigt Torvalds während eines Wutausbruchs um Jahr 2012, der sich gegen Nvidia richtete.

(Bild: Video: Linus Torvalds: Nvidia, Fuck You! )

Linus Torvalds, Mit-Entwickler des Linux-Kernels und die wichtigste Stimme der Open-Source-Community, hat Intel für seinen öffentlichen Umgang mit den Prozessor-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre scharf kritisiert und gleichsam zu einer klaren Stellungnahme aufgefordert.

In einer auf der Linux Kernel Mailing List einsehbaren E-Mail schrieb Torvalds: "Ich denke, dass jemand innerhalb von Intel wirklich einen genauen Blick auf die Prozessoren werfen und dann tatsächlich zugeben muss, dass die Prozessoren Probleme haben – anstatt PR-Texte zu schreiben, in denen steht, dass alles funktioniert, wie es entworfen wurde."

Torvalds führt weiter aus: "Oder sagt Intel im Grunde genommen: 'Wir haben uns verpflichtet, Ihnen Scheiße für immer und ewig zu verkaufen und nie etwas zu reparieren'?" und zeigt schließlich als mögliche Alternative auf, den Fokus mehr auf ARM zu verschieben: "Denn wenn das der Fall ist, sollten wir vielleicht anfangen, uns mehr auf die ARM64-Leute zu konzentrieren."

Intel hatte in einer am 3. Januar veröffentlichten Stellungnahme die Hardware-Probleme seiner Prozessoren eher heruntergespielt und von seinen Produkte als "sicherste in der Welt" gesprochen. Intel zufolge habe die Sicherheitslücke nicht das Potenzial, Daten zu verändern oder zu löschen. Gleichzeitig zeigte Intel in seiner Erklärung auf die Konkurrenten AMD und ARM, von denen manche Prozessoren vollständig oder nur teilweise anfällig für Meltdown und Spectre sind.

Intel hat kürzlich eine Liste der betroffenen Prozessoren veröffentlicht: Anfällig sind unter anderem sämtliche Core-i-Prozessoren sowie zahlreiche Varianten der Celeron-, Pentium- und Xeon-Serien. Auch ARM hat eine Auflistung mit betroffenen Cortex-Prozessoren online gestellt, allerdings gleichzeitig betont, dass kommende Cortex-Prozessoren nicht mehr betroffen sind. Nvidia untersucht derweil noch seine Tegra-Prozessoren. AMD-CPUs sind über eine der drei von Google beschriebenen Angriffsszenarien anfällig.

Durch Meltdown und Spectre ist es Angreifern möglich, sensible Daten aus Speicherbereichen auszulesen. Intel ist das Sicherheitsproblem seit Juni 2017 bekannt. (mfi)

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