Menü

Linus Torvalds überwirft sich mit Gnome 3

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 734 Beiträge

Mit drastischen Worten hat Linux-Vater Linus Torvalds in einer Diskussion auf Google+ die Bedienung des Gnome-3-Desktops gerügt und sogar die Fedora-Entwickler dazu aufgerufen, einen Fork von Gnome 2 in Eigenregie weiterzuentwickeln. Ursprünglich diskutierte Fedoras Kernel-Maintainer Dave Jones lediglich mit anderen Fedora-Entwicklern darüber, dass er Linux 3.0 als Update für Fedora 15 unter der Versionsnummer 2.6.40 veröffentlichen wolle, um Problemen mit anderen Paketen zu vermeiden, die möglicherweise noch eine Kernel-Version 2.6.x voraussetzen.

Unvermittelt meldete sich Torvalds zu Wort und bat darum, ob sie bei der Gelegenheit nicht gleich einen Fork des Gnome-2-Desktops anlegen können. Er hätte gern wieder einen brauchbaren Desktop und sei noch niemandem begegnet, dem dieser Gnome-3-Mist gefallen habe.

Offenbar hätten die Gnome-Entwickler entschieden, dass es mittlerweile für den Benutzer "zu kompliziert" wäre, mit Gnome 3 überhaupt sinnvoll zu arbeiten, anders könne er es sich nicht erklären, dass sie so essentielle Dinge wie den Start von Programmen über Tastenkombinationen deaktiviert hätten. Ihm gehe es bei seiner Kritik gar nicht mal um den Entwicklungsstand, obwohl auch er die bekannten Rendering-Probleme hätte, sondern um das gundlegende Bedienkonzept, das völlig inakzeptabel sei. Deshalb sei er nun zu Xfce gewechselt, meinte Torvalds. Aktuell sei Xfce zwar eine Stufe unter Gnome 2, aber Gnome 3 einen riesigen Schritt voraus.

Es ist nicht das erste Mal, dass Torvalds sich zu den Desktops äußert: Erst Anfang 2009 war er als langjähriger KDE-Nutzer von KDE 4 so enttäuscht, dass er zu Gnome 2 wechselte. Dabei hatte er Ende 2005 noch empfohlen, KDE statt Gnome einzusetzen. Seine Begründung damals: Es verschwänden immer mehr Optionen aus den Gnome-Dialogen, mit denen der Benutzer den Desktop auf seine eigenen Bedürfnisse anpassen könne. Torvalds wörtlich: "Wenn Ihr die Anwender wie Idioten behandelt, werden nur Idioten eure Software benutzen". Es scheint, als hätten die Gnome-Entwickler mit Gnome 3 zu ihren alten Grundsätzen zurückgefunden. (mid)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige