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Linux 2.4 ist offiziell fertig

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Auf ftp.kernel.org steht jetzt die erste "echte" Version des neuen Linux-Kernel 2.4.0 zum Download bereit. Damit hat Linus Torvalds den zuletzt anvisierten Termin – noch im Dezember 2000 – nur um wenige Tage verfehlt: Zum 31.12.2000 war noch die letzte Vorab-Version erschienen. Angesichts des starken Andrangs auf ftp.kernel.org empfiehlt es sich, auf den deutschen Mirror ftp.de.kernel.org auszuweichen.

Wie versprochen war die Version 2.4.0-prerelease des neuen Linux-Kernel schon so ausgereift, dass für die Final Release keine größeren Änderungen mehr notwendig waren: Die Changes-Liste gegenüber der Vorab-Version nennt lediglich kleinere Updates und Bug Fixes in einigen Kernel-Subsystemen sowie einigen speziellen Portierungen, etwa denen für IA64- oder 68k-Prozessoren. Alan Cox hat bereits eine eigene Version (2.4.0-ac1) bereit gestellt, die sich vom Torvalds-Kernel vor allem durch den Einbau von IBM-Code für die S/390-Plattform unterscheidet.

Mit dem neuen Anwenderkernel qualifiziert sich Linux für den Einsatz auf großen Servern: Mit Verbesserungen beim Umgang mit mehreren Prozessoren und Speicher bis zu 64 GByte sowie einem 64-Bit-Dateisystem stößt Linux in Bereiche vor, die bislang kommerziellen Unix-Varianten vorbehalten waren. Das grundlegend überarbeitete Netzwerk-Subsystem bringt unter anderem bessere Möglichkeiten beim Packet-Filtering – aber auch neue Lernarbeit für Administratoren: An die Stelle des mit dem Kernel 2.2 eingeführten Tools ipchains tritt jetzt ein neues Programm (iptables) zum Verwalten der erweiterten Routing- und Firewallfunktionen. Raw Devices erlauben einen direkteren Zugriff auf Massenspeicher, ohne dass die Daten das Cache-Subsystem des Kernels passieren müssen; dieses Fature ist vor allem für Datenbanken wichtig.

Auch für Anwender, die keinen 4-Prozessor-Server mit etlichen GByte RAM betreiben, bringt der Kernel interessante Verbesserungen. USB-Unterstützung sowie ein verbessertes Management von Hardware-Ressourcen inklusive Plug&Play für ISA-Karten und ACPI machen den neuen Kernel auch für den Desktop- und Notebook-Einsatz interessant. Einen detaillierten Überblick über die Neuerungen im Kernel 2.4 bietet eine Übersicht von Joe Pranevich. (odi)