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Linux 4.10 freigegeben: Neuer Schlafzustand, VGA Passthrough und Rucklervermeidung

Der Kernel bringt eine weitere Möglichkeit, um Grafikprozessoren in virtuellen Maschinen zu verwenden. Ein RAID-Cache kann die Performance von Festplatten-Arrays steigern. Firefox soll nicht mehr so leicht ruckeln, wenn Linux große Datenmengen schreibt.

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Der jetzt erhältliche Linux-Kernel 4.10 bietet Virtual Machines (VMs) neue Wege, Hardware des Wirtsystems zu nutzen. Über sie sollen Linux- und Windows-VMs in Zukunft die Beschleunigungsfunktionen des Host-Grafikprozessors verwenden können, ohne dass größere Geschwindigkeitseinbußen entstehen. Das Ganze gelingt vorerst aber nur mit den GPUs moderner Intel-Prozessoren und funktioniert selbst da allenfalls rudimentär.

Das neue "Writeback Throttling" verspricht Aussetzer zu reduzieren, die bislang häufiger auftreten, wenn der Kernel im Hintergrund große Datenmengen schreibt. Besonders häufig zeigt sich solches Stocken bislang in Firefox, wenn man parallel ein ISO-Image auf einen USB-Stick transferiert.

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Über eine neue Datei im Sysfs kann man jetzt festlegen, in welchen Schlafzustand das System wechseln soll. Das verbessert die Unterstützung für den von neuere Notebooks gebotenen Suspend-to-Idle (S2I) – einen in der Windows-Welt "Modern Standby" genannten Bereitschaftsmodus. Aus ihm wachen Systeme schnell auf und sind dann auch gleich voll nutzbar, weil Netzwerkverbindungen erhalten bleiben.

Seit Linux 4.4 kann der Kernel einen Datenträger als "Log-Device" an Software-RAIDs der Level 4, 5 und 6 koppeln, um bei Abstürzen die Datenintegrität besser zu gewährleisten. Ab 4.10 kann der Kernel einen solchen Datenträger auch als Writeback-Cache nutzen, um die Performance des RAIDs zu verbessern; diese Funktion ist aber noch experimentell.

Linux warnt jetzt in den Kernel-Meldungen, wenn es NVMe-Datenträger eines Systems nicht ansprechen kann, weil dessen BIOS die Storage-Adapter auf eine untypische Weise konfiguriert. Das ist eine Reaktion auf die Linux-Inkompatibilität des Lenovo Yoga 900-13ISK2.

Außerdem gab es noch Umbauten, um Wartezeiten bei WLAN-Übertragungen zu vermeiden und solche robuster zu machen. Verbessert wurde auch die Unterstützung für "Turbo Boost Max Technology 3.0" neuerer Intel-Prozessoren. Wie bei jeder neuen Version bringt auch 4.10 neue und erweiterte Treiber, die die Hardware-Unterstützung verbessern. Durch sie unterstützt Linux jetzt etwa AMDs Polaris-12-Grafikprozessoren; ein passender 3D-Treiber steckt im kürzlich veröffentlichten Mesa 17.0.

Details zu diesen und zahlreichen weitere Änderungen liefert das bei c't online publizierte Kernel-Log zu Linux 4.10:

(thl)

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