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Linux-Desktop Gnome 3.30: Performance-Verbesserungen und Desktop-Icons

Das Laufwerksverwaltungsprogramm des neuen Gnome unterstützt VeraCrypt. Die für HiDPI-Monitore wichtige Skalierung mit krummen Faktoren bleibt experimentell.

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Gnome 3.30

Die Podcasts-Anwendung von Gnome 3.30.

(Bild: gnome.org)

Performance-Verbesserungen und reduzierter Speicherverbrauch sind zwei Highlights der Version 3.30 von Gnome, das Linux-Distributionen wie Fedora Workstation und Ubuntu Desktop als Standardbedienoberfläche verwenden. Erstmals bringt die Desktop-Umgebung auch ein Programm zur Verwaltung von Podcasts mit. Die Laufwerksverwaltung (Gnome-Disks) beherrscht neben der Verschlüsselung mit DM-Crypt/Cryptsetup/LUKS jetzt auch das Format, das TrueCrypt und VeraCrypt verwenden.

Über die Shell-Extension "Desktop Icons" lassen sich wieder Dateien und Ordner auf dem Bildschirmhintergrund ablegen.

Die schon bei 3.0 lahmgelegte und bei Gnome 3.28 entfernte Funktion zum Ablegen von Dateien oder Ordnern auf dem Desktop-Hintergrund ist nicht zurückgekehrt. Die Entwickler haben aber eine auf Gnome 3.30 angewiesene Erweiterung für die Gnome-Shell geschaffen, mit der sich dies von manchen Anwendern überaus geschätzte Verhalten einfach nachrüsten lässt.

Die Softwareverwaltung von Gnome aktualisiert Flatpak-Pakete jetzt auf Wunsch automatisch. Gnome Boxes, das virtuelle Maschinen verwaltet und entfernte Systeme anspricht, unterstützt jetzt auch das in der Windows-Welt verbreite Fernzugriffsprotokoll RDP (Remote Desktop Protocol). Teil einer Reihe von Detailverbesserungen am Dateimanager Nautilus ist eine bessere Such- und Ortsleite. Die Entwicklungsumgebung Builder hat eine neue Autovervollständigung erhalten. Außerdem haben die Entwickler die Unterstützung zur BIldschirmfreigabe (Remote Desktop) verbessert und zahlreiche Detailverbesserungen für den Wayland-Modus der Oberfläche vorgenommen.

Parallel zur neuen Version ist auch die Version 3.24 der im Gnome-Umfeld vorangetriebenen Grafikbibliothek GTK+ erschienen. Eigentlich hatte mit 3.22 Schluss sein sollen, weil sich die Entwickler auf die Arbeit an GTK+ 4 konzentrieren wollen; den Plan haben sie aber vor einigen Monaten angepasst, um einige Funktionen der neuen GTK+-Generation in 3.24 zu integrieren.

Das Anwendungsmenü in der oberen Bedienleiste soll bei 3.32 verschwinden.

Bei Monitoren mit besonders hoher Auflösung (HiDPI-Displays) beherrscht Gnome nach wie vor nur ein Hochskalieren der Bildinhalte mit ganzzahligen Werten: Bei der seit längeren in Arbeit befindlichen Skalierung mit krummen Faktoren wie 1,5 oder 1,66 (Fractional Scaling) gab es keine größeren Fortschritte, daher behält diese nur im Wayland-Modus unterstützte Funktion den experimentellen Status.

Gnome 3.32 wirft derweil schon seine Schatten voraus: Die Gnome-Entwickler haben Grundlagen geschaffen, um das Anwendungsmenü bei dieser für Mitte März 2019 geplante Version zu entfernen. Das in der Statusleiste am oberen Bildschirmrand enthaltene Menü bündelt bislang einige Optionen, die alle Fenster eine Anwendung betreffen; Entwickler sollen solche Optionen in das reguläre Menü des Programms verlagern, das innerhalb des Anwendungsfenster zu sehen ist.

Details zu diesen und weiteren Neuerungen nennen die Freigabeankündigung und die Freigabehinweise zu Gnome 3.30. Die im Oktober erwarteten Linux-Distributionen Ubuntu Desktop 18.10 und Fedora Workstation 29 werden diese Gnome-Version einsetzen. Bei Ubuntu soll allerdings noch der Dateimanager von Gnome 3.26 beiliegen, weil der noch selbst Icons auf dem Desktop anzeigen kann. (thl)

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