Menü

Linux-Distribution Fedora 24 enthält Konkurrenten für Ubuntus Snap

Bei der neuesten Ausgabe der Linux-Distribution Fedora lassen sich Anwendungen über Flatpaks installieren. Die Wayland-Unterstützung in Gnome ist gereift und Updates auf die neue Version sollen leichter werden.

Linux-Distribution Fedora 24 enthält Konkurrenten für Ubuntus Snap

Das Fedora-Projekt hat die Linux-Distribution Fedora 24 freigegeben, von der es zahlreiche verschiedene Varianten gibt. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen gereifter Wayland-Support, eine moderne Software-Ausstattung und die Anwendungs-Installation mit Flatpaks. Letztere implementieren ähnlich wie die bei Ubuntu 16.04 eingeführten Snaps einen ganz neuen Weg, wie Linux-Anwender sich Desktop-Programme beschaffen und einrichten.

Die Flatpak-Infrastruktur hieß bis vor kurzem noch Xdg-App. Der Ansatz verspricht, Anwendern die Installation von Software zu erleichtern, die ihrer Distribution in einer veralteten Version oder gar nicht beiliegt. Das Anfang August erwartete LibreOffice 5.2 wird es beispielsweise als Flatpak geben; mit diesem Paket werden Fedora-Nutzer leicht auf die neue Version wechseln können, denn in Fedora 24 dürfte die Office-Suite auf dem Versionsstand 5.1 bleiben. Um Konflikte mit anderen Teilen des Systems zu vermeiden, landen alle Dateien von Flatpaks in einem eigenen Bereich; dort liegen dann auch eventuell vom Programm benötigte Bibliotheken, damit sie die Software der Basis-Distribution nicht stören. Isolationstechniken sollen die Sicherheit steigern.

Anzeige

Das seit vielen Jahren im Gnome-Projekt entwickelte Konzept verfolgt somit ganz ähnliche Ziele wie die bei Ubuntu 16.04 eingeführte Snap-Infrastuktur, die Canonical seit kurzem auch für andere Distributionen anbietet. Anders als Canonicals Ansatz war Flatpak von vornherein darauf ausgelegt, unter verschiedenen Distributionen eingesetzt zu werden. Zudem funktioniert Flatpak ohne einen zentralen App Store, wohingegen die Snap-Werkzeuge standardmäßig auf einen Webdienst zugreifen, den Canonical mit einer proprietären Software betreibt. Flatpak-Unterstützung ist in Debian Experimental bereits enthalten und soll Bestandteil von Debian 9 werden; auch Arch Linux enthält Flatpak bereits. Bei Ubuntu lassen sich die Flatpack-Werkzeuge über ein PPA der Flatpak-Macher nachrüsten.

Die neue Fedora-Version bringt eine modernere Software-Ausstattung und viele Detailverbesserungen, die die obige Bilderstrecke erläutert. Die Fedora-Ausführungen mit Cinnamon oder Plasma setzen jetzt auf aktuelle Versionen der beiden Desktop-Oberflächen. Die Fedora Workstation Edition, die das bekannteste Betriebssystem der Fedora-Familie darstellt, nutzt jetzt Gnome 3.20. Dieser Desktop hat den Wayland-Support verbessert, der für manche Anwender jetzt alltagstauglich sein dürfte. Es wird diskutiert, ob die Workstation Edition von Fedora 25 standardmäßig Wayland nutzen wird, um die grafische Bedienoberfläche zusammenzusetzen und auszugeben.

Die 24er-Versionen von Fedora Workstation, Fedora Server und Fedora Cloud stehen über die Haupt-Download-Seite des Fedora-Projekts zum Herunterladen bereit. Die Ausführungen mit den Bedienoberflächen Cinnamon, LXDE, Mate, Plasma und Xfce finden sich auf einer zweiten Seite. Die Varianten mit Software-Ausstattungen für spezielle Einsatzzwecke finden sich auf einer dritten Seite; darunter etwa Fedora Security Lab, das Software für Security Audits, forensische Analysen und Wartung von Systemen enthält.

(thl)

Anzeige