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Linux-Distribution Fedora 7 nähert sich der Fertigstellung

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Das Fedora-Projekt hat heute die vierte und laut Entwicklungsplan letzte breit verteilte Testversion von Fedora 7 zum Download freigegeben. Bis zur in vier Wochen am 24. Mai geplanten Freigabe der siebten Version der Linux-Distribution wollen die Entwickler im normalerweise täglich aktualisierten Entwicklerzweig nur noch Fehlerkorrekturen einpflegen und keine neuen Programmversionen oder Funktionen mehr aufnehmen. Sie wollen so vermeiden, noch neue Fehler einzuschleppen.

Seit Veröffentlichung der dritten Testversion wurde Thunderbird auf die vor Kurzem freigegebenen Version 2.0 aktualisiert. Beim Kernel setzt die vierte Testversion von Fedora 7 auf eine wenige Tage alte Vorabversion des heute vorgestellten Linux 2.6.21. Ihn erweiterten die Entwickler um einige Treiber und Patches für die Playstation 3; zusammen mit einigen Änderungen am Installationsprogramm sowie einem passenden, bisher nur extern erhältlichen Boot-Loader gelingt so nun auch die Installation auf der Spielkonsole von Sony.

Zu den weiteren, bereits mit früheren Testversionen eingeführten Neuerungen von Fedora 7 zählen der komplette Umstieg auf Python 2.5, die Integration des neuen WLAN-Stacks mac80211 inklusive einiger darauf basierender WLAN-Treiber, ein neuer FireWire-Stack, GNOME 2.18, KDE 3.5.6 sowie der X.org-Server 1.3 mit neuem RandR, das eine dynamische Bildschirmkonfiguration zur Laufzeit ermöglichen soll. Ferner integrierte das Fedora-Projekt zu Testzwecken den experimentellen und unter Open-Source-Lizenz stehenden Nouveau-Treiber, der anderes als der nv-Treiber aus X.org auch 3D-Beschleunigung auf einigen Grafikkarten mit Nvidia-Chips ermöglichen soll.

Die Zusammenlegung der beiden bisher separat verwalteten Paket-Depots Fedora Core und Fedora Extras zu einem RPM-Repository hat das Projekt anders als zuvor geplant noch nicht abgeschlossen; bis zur Freigabe von Fedora 7 wollen die Entwickler diesen Schritt aber noch in Angriff nehmen. Die Spins "Fedora Prime" und "Fedora KDE" setzen aber bereits Pakete aus den zwei Depots ein. Beide Spins gibt es sowohl als klassische Distribution zum Installieren sowie als auf die Festplatte überspielbare Live-Medien für CDs oder USB-Sticks. Mit verschiedenen Programmen sollen sich fortgeschrittene Anwender zudem eigene Distributionen oder Live-Medien zusammenstellen können, die nur die gewünschte Software aus dem pro Architektur rund 10 Gigabyte großen Paket-Angebot enthält. (thl)