Linux-Distribution Manjaro 19.0 bringt Feinschliff für den Desktop

Manjaro 19.0 alias "Kyria" ist fertig. Die auf Arch Linux basierende Distribution gibt es als Installationsmedium mit Xfce, Gnome und KDE Plasma.

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Das Manjaro-Projekt hat Version 19 seiner auf Arch Linux basierenden Linux-Distribution veröffentlicht. Das Image des installierbaren Live-Systems von Manjaro 19.0 Kyria steht in je einer Variante mit Xfce-, KDE-Plasma- und Gnome-Desktop zum Download für 64-Bit-x86-Systeme bereit. Weitere Desktop-Oberflächen lassen sich aus den Paketquellen nachinstallieren.

Unter der Haube arbeitet der Linux-Kernel 5.4 LTS, der topaktuelle Treiber mitbringt. Manjaro nutzt die Kommandozeilen-Paketverwaltung pacman, rüstet aber das eigens entwickelte Pamac als grafisches Frontend nach, sodass man Software bequem auf der grafischen Oberfläche installieren und entfernen kann. Das Tool kann inzwischen nicht nur Software aus dem AUR, sondern auch Snap-Pakete installieren. Für Anwendungen im Flatpak-, Snap- oder AppImage-Format ist aber auch das Tool bauh an Bord, mit dem sich diese Software einfach in einem Fenster verwalten lässt.

Linux-Distribution Manjaro 19.0 (7 Bilder)

Manjaro 19.0 Gnome

Auf die Gnome Edition des neuen Manjaro 19.0 hatten die Entwickler ein besonderes Augenmerk.

Obwohl das zugrundeliegende Arch Linux als System für Fortgeschrittene gilt, sorgt Manjaro mit sorgsam konfigurierten Desktop-Umgebungen und eigenen Tools dafür, dass man für diese Linux-Distribution kein umfangreiches Linux-Know-how braucht. Nach dem Start bietet ein Dialogfenster bereits hilfreiche Links zu Forum, Wiki und Chatroom an.

Die Live-Systeme lassen sich beim Start auf deutsche Sprache und Tastaturlayout umstellen. Bei der Installation hilft dann der grafische Assistent Calamares, der nicht schwieriger zu bedienen ist, als der von Ubuntu. Neben den Systemeinstellungen der jeweiligen Desktop-Umgebung bringt Manjaro eigene Konfigurationstools mit. Mit dem Manjaro-Einstellungsmanager lassen sich beispielsweise fehlende Sprachpakete herunterladen, ein anderer Kernel auswählen oder proprietäre Treiber nachrüsten.

Drei Desktop-Umgebungen bietet Manjaro 19.0 vorkonfiguriert zur Installation an: Xfce, Gnome und KDE Plasma. Alle drei wurden mit neuen Themes ausgestattet.

Das Flaggschiff der Distribution ist nach wie vor Manjaro Xfce, das auf Xfce 4.14 aktualisiert wurde. Damit kann Xfce nun Display-Profile für bestimmte Monitorkonfigurationen speichern und schnell wieder laden. Auch mit HiDPI-Bildschirmen kommt es nun besser zurecht.

Besondere Aufmerksamkeit hat das Manjaro-Team diesmal der Gnome-Ausgabe geschenkt, die Gnome 3.34 nutzt. Der Dialog zur Konfiguration des Hintergrunds wurde überarbeitet und macht es nun einfacher, eigene Hintergrundbilder auszuwählen. Standard ist ein dynamisches Hintergrundbild, das im Laufe des Tages seine Farbe verändert. Außerdem bringt Gnome 3.34 benutzerdefinierte Ordner für die Anwendungsübersicht mit. Zieht man ein Programm-Icon auf ein anderes, entsteht automatisch ein Ordner.

Manjaro Gnome 19.0 bietet den Gnome-Layout-Switcher zum Wechsel zwischen verschiedenen Desktop-Layouts.

Das Layout des Gnome-Desktops lässt sich schnell mit dem neuen Gnome-Layout-Switcher anpassen, der auch Layouts mitbringt, die an Ubuntu, Windows oder Gnome 2 erinnern. Der Anmeldebildschirm hat ebenfalls ein neues Gewand bekommen.

Manjaro KDE 19.0 verwendet jetzt den Plasma-Desktop in Version 5.17 und passendem Breath2-Theme in verschiedenen Varianten. Hier wurden viele Details angepasst, so wurde etwa das Ausklappterminal Yakuake neu gestaltet. Der Terminalemulator Konsole hat neue Profile erhalten und dem Texteditor Kate haben die Entwickler neue Farbschemata spendiert. Als Alternative für das KDE-Plasma-Menü Kickoff ist das Plasma-Simplemenu dabei.

Wie Arch Linux ist Manjaro ein Rolling Release: Einmal installiert lässt sich die Linux-Distribution allein mit der Paketverwaltung auf dem aktuellen Stand halten, spätere Upgrades sind nicht nötig. Die Distribution basiert zwar auf Arch Linux, nutzt aber eigene Paketquellen. Damit ist Manjaro nicht ganz so aktuell wie Arch, federt dafür aber den Bleeding-Edge-Charakter mit zusätzlichen Kompatibilitätstests ab.

Der Installationsassistent Calamares führt Schritt für Schritt durch die Installation und ist einfach zu bedienen.

Wer's eilig hat, kann mit dem grafischen Installationsassistenten Calamares die Distribution vorkonfiguriert mit dem Desktop des Live-Systems und einer festgelegten Software-Auswahl auf der Festplatte oder SSD einrichten. Auswählen kann man dabei lediglich zwischen zwei Office-Optionen: Neben dem von vielen Distributionen genutzten, quelloffenen LibreOffice lässt sich bei der Installation wahlweise FreeOffice auswählen, die abgespeckte Variante des kommerziellen Office-Pakets von SoftMaker. FreeOffice bringt gute Kompatibilität zu MS-Office-Dateiformaten mit und Symbolleisten im Ribbon-Stil, sein Quellcode ist allerdings nicht frei.

Alternativ bringen alle Installations-Images Manjaro-Architect mit, mit dem sich auch die Software-Auswahl ganz nach Bedarf anpassen lässt. Die Installation läuft dabei in einem Terminalfenster ab, die Ncurses-Oberfläche erlaubt aber auch die Bedienung mit der Maus. Der Architect-Installer holt sich alle Pakete direkt aus dem Netz.

Wer Manjaro bereits installiert hat, erhält alle Updates via Paketmanager. Für Neuinstallationen fasst das Projekt alle Neuerungen in Manjaro-Installations-Images zum Download bereit. Mehr über die Besonderheiten der jeweiligen Manjaro-Ausgabe ist in den Release Notes auf der Manjaro-Website nachzulesen. (lmd)