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Linux-Distributions-Entwickler nehmen Microsoft in private Mailingliste auf

Trotz Bedenken seitens einiger Entwickler will Mailing-Listen-Maintainer Alexander Peslyak Microsoft in die private Liste "linux-distros" aufnehmen.

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(Bild: pixabay (Collage))

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Alexander Peslyak, Maintainer der Mailing-Liste linux-distros, hat angekündigt, Microsoft in die Liste aufzunehmen.

In einem Beitrag in der Liste oss-security erklärte Peslyak, dass er "keinen gültigen Grund" sehe, das Unternehmen abzuweisen. Die von anderen Mitgliedern der Liste in den vergangenen Tagen vorgetragenen Gegenargumente und Bedenken seien im Hinblick auf die derzeitig geltenden Aufnahmekriterien irrelevant.

Über die private Liste linux-distros diskutieren die Linux-Distributions-Entwickler Sicherheitsprobleme und entsprechende Security-Konzepte. Der eingeschränkte Zugang soll verhindern, dass Informationen über noch unbekannte Lücken an Angreifer gelangen.

Aus Peslyaks Sicht unterscheidet sich Microsoft nicht viel von anderen großen Unternehmen, deren Linux-Teams bereits auf der Liste vertreten sind. Dazu gehören unter anderem Branchenriesen wie Oracle und Amazon. Im Unterschied zu diesen trage Microsoft infolge von "lange zurückliegenden Handlungen" ein Stigma mit sich herum. Das sollte nach Peslyaks Meinung aber nicht zu Voreingenommenheit und einer daraus resultierenden Andersbehandlung führen.

Microsoft setzt selbst Linux in seinen Rechenzentren ein und gilt auch als Linux-Distributor, weil es mit Azure Sphere ein Linux-basiertes Betriebssystem an Kunden ausliefert. Mit dem neuen Windows Subsystem for Linux 2 (WSL2) liefert es zudem eine vor dem Anwender teilweise verborgene Linux-Distribution aus, die dann die Betriebssystemumgebungen (das "Userland") von anderen Distributoren wie Canonical, Debian, Suse & Co. starten.

Fürsprecher für die Aufnahme von Microsoft ist unter anderem der renommierte Linux-Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman. Dieser hatte die Aufnahme sogar bereits vor rund einem Jahr vorgeschlagen. (ovw)