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Linux-Kernel 5.0: ZFS on Linux kämpft mit GPL

Eine Änderung in der kommenden Version 5.0 des Linux-Kernels führt dazu, dass das Modul für ZFS on Linux nicht mehr funktioniert. Die Entwickler protestieren.

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Linux-Kernel 5.0: ZFS kämpft mit GPL

(Bild: Siggy Nowak, gemeinfrei)

Die Kernel-Entwickler haben in der kommenden Version 5.0 des Linux-Kernels eine Schnittstelle entfernt, die unter anderem vom Dateisystem-Modul ZFS on Linux (ZoL) verwendet wird. Dadurch kann ZoL nicht mehr mit Linux 5.0 übersetzt werden. Das ZFS-Modul ist unter anderem aufgrund von Lizenz-Inkompatibilitäten nicht Teil des Linux-Kernels.

Konkret geht es hier um den Zugriff auf die Fließkommafunktionen von x86-CPUs, die bislang über die Funktionen __kernel_fpu_begin() und __kernel_fpu_end() erfolgten. Diese wurden mit Version 5.0 entfernt, da kein im Mainstream-Kernel enthaltener Code mehr diese Funktionen nutzt und sie darüber hinaus schon seit langem als "deprecated", also abgekündigt, markiert wurden.

Die Alternativen, in Form der Funktionen kernel_fpu_begin() und kernel_fpu_end(), sind ausschließlich für Software mit GPL oder kompatible Lizenzen freigegeben. Da ZFS on Linux aber unter der allgemein als zur GPL-inkompatiblen geltenden CDDL (Common Development and Distribution License) steht, darf das Modul diese Funktionen nicht nutzen.

Der Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman hat einer Anfrage anderer Kernel-Entwickler, diese Schnittstellen zu öffnen, eine harsche Absage erteilt: Seine "Toleranz für ZFS sei quasi nicht existent. Sun wollte explizit nicht, dass ihr Code mit Linux arbeitet. Warum sollten wir uns dann zusätzliche Arbeit machen, um deren Code vernünftig zum Laufen zu bekommen."

UPDATE 15.01.19 13:19: Im zugehörigen GitHub-Issue planen die "ZFS on Linux"-Entwickler die Nutzung der Funktion einfach zu deaktivieren, falls der ZoL-Code nicht findet oder aufrufen darf. (mls)